Kommentar

Die Verkehrswende in Berlin steckt in der Krise

An der Schönhauser Allee soll eine geschützte Bike Lane entstehen. Doch das Projekt stockt. Nur ein Beispiel für ineffektive Planung.

Thomas Schubert kommentiert den viel zu langsamen Umbau Berlins in eine fahrradfreundliche Stadt.

Thomas Schubert kommentiert den viel zu langsamen Umbau Berlins in eine fahrradfreundliche Stadt.

Foto: BM

Wenn die Verkehrswende Erfolg haben kann, dann hier. Auf der Schönhauser Allee, da waren sich Fahrradinitiativen und die rot-rot-grüne Landesregierung einig, ließe sich zeigen, wie im Berliner Stadtzentrum die Verkehrsführung der Zukunft aussehen kann. Jeden Tag zählt die automatische Messanlage hier 5700 Radfahrer, die über eine schmale, beschädigte Spur auf dem Bürgersteig rumpeln.

Um ihnen eine breite, geschützte Spur zu schenken, wollten Senat und Bezirksamt die Parkplätze am Straßenrand abräumen und eine Zeile aus Pollern zu den Fahrspuren der Autos spannen. Kritische Einwände wischte man beiseite. Ganze Fachabteilungen sind seit Monaten damit befasst, diese sogenannte Protected Bike Lane einzurichten, nachdem die gleichen Abteilungen am großen Umbau der Schönhauser Allee schon einmal gescheitert sind.

Fahrradlobbyisten kritisieren Verkehrssenatorin

Wie der Zeitplan aussieht? Was mit den umstrittenen Parklets geschieht? Senat und Bezirk können es kurz vor dem für 2020 angedachten Start der Bike Lane nicht sagen. Gerade jetzt, wo man endlich Ergebnisse liefern müsste, weckt man erneut Zweifel an der versprochenen Verkehrswende, die gerade wegen der ineffektiven Planung zu vieler Abteilungen tief in der Krise steckt.

Nicht die Interessensvertreter der Autofahrer, sondern ausgerechnet die Fahrradlobbyisten sind inzwischen die schärfsten Kritiker von Verkehrssenatorin Regine Günther und Stadtrat Vollrad Kuhn.

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