Little Homes

Protestcamp mit „Tiny Houses“ eröffnet auf dem Kollwitzplatz

Aktivisten wollen mit dem Bau von Mini-Hütten im „Camp Kolle“ auf Wohnungsnot hinweisen. Einziehen sollen Obdachlose.

Auf dem Mirbachplatz in Weißensee stehen bereits Tiny Houses. Nun entsteht ein Hüttendorf auch mitten in Prenzlauer Berg Tiny Houses.

Auf dem Mirbachplatz in Weißensee stehen bereits Tiny Houses. Nun entsteht ein Hüttendorf auch mitten in Prenzlauer Berg Tiny Houses.

Foto: Thomas Schubert

Es soll nicht irgendeine Hütte sein, sondern das „Haus der Würde des Menschen“. Mitten auf dem Kollwitzplatz, der oft als Beispiel für Bevölkerungsaustausch und Gentrifizierung herangezogen wird, wollen Aktivisten am Sonnabend, 14. September, ein Protestcamp eröffnen.

Man wolle mit einer Aktion die Missstände auf dem Wohnungsmarkt verdeutlichen, sagte der Sprecher des neu gegründeten „Camp Kolle-Kolletktivs“, Gregor Schaffranke, auf Anfrage. Ausdruck des Protests sei eben diese Hütte. Man habe die Veranstaltung als Demonstration bei der Berliner Polizei angemeldet und erwarte bis zu 200 Teilnehmer. Damit wären viele Baumeister zur Stelle - denn bei der einen Hütte soll es nicht bleiben.

Helfer und Obdachlose sollen am Kollwitzplatz zelten

Neben dem „Haus der Würde des Menschen“, das von einem obdachlosen Künstler dekoriert wird, zimmern Aktivisten ab Sonnabend mit einfachen Mitteln ein zweite Bude. Nach der Fertigstellung soll sie einem Obdachlosen als Heimat dienen.

Wie man das in der Praxis bewerkstelligt, zeigen Mitglieder der Gruppe „Tiny Collective“ und des Vereins „Little Homes“ aus Köln – auch sie engagieren sich im „Camp Kolle“. Ansonsten sind Nachbarn, Wohnungslose und Unterstützer aus ganz Berlin aufgerufen, sich auf dem Kollwitzplatz niederzulassen. So lautet das Motto der Aktion: „Wenn wir uns die Mieten nicht mehr leisten können, dann zelten wir halt“.

Teilnehmer für Protestcamps über Facebook eingeladen

Laut Gregor Schaffranke hat das Kollektiv bei Facebook eine Veranstaltungseinladung angelegt, der sich immer mehr Teilnehmer anschließen. Er sagt: „Wir wollen demonstrieren, wie Leute in der heutigen Zeit ganz leicht auf der Straße landen können. Es geht darum, die Wohnungsproblematik in Berlin zu veranschaulichen.“

Ab 12 Uhr startet das Camp mit auf dem Kollwitzplatz mit dem Aufbau von Zelten, um 13 Uhr folgen die Bauarbeiten am „Little Home“ als Behausung für einen Obdachlosen, ab 14.30 erhalten Vertreter des Bündnis „Mietenwahnsinn“ das Wort. Danach folgt ein Open-Air-Konzert mit Beiträgen der Künstler Marlena KV, Smiling Buddha, The Restless Liver und Lanima.