Baustelle in Prenzlauer Berg

Fußgängertunnel an der Landsberger Allee bis 2020 gesperrt

BVG baut Aufzug in die Unterführung. Fußgänger müssen sechsspurige Straße oberirdisch an einer Bauampel queren.

Nur einer von vier Aufgängen des Tunnels an der Landsberger Allee ist noch offen. Dahinter verschließt eine Holzwand den Durchgang.

Nur einer von vier Aufgängen des Tunnels an der Landsberger Allee ist noch offen. Dahinter verschließt eine Holzwand den Durchgang.

Foto: Thomas Schubert / BM

Berlin. Wer am S-Bahnhof Landsberger Allee auf Straßenbahnen umsteigen oder zu Fuß das frühere Schlachterviertel in Friedrichshain erreichen will, erlebt jetzt im Fußgängertunnel eine Überraschung. Nach wenigen Metern versperrt den Weg eine hölzerne Wand. Nur der erste von insgesamt vier Treppenaufgängen, die aus dem unterirdischen Durchgang vom S-Bahnsteig hoch zur sechsspurigen Straße führen, ist noch geöffnet. Oben lassen sich die Fahrbahnen und die Gleise der Straßenbahn nur mit Hilfe von mehreren Bedarfsampeln überqueren. Dadurch verlängern sich einerseits die Umstiegszeiten von der S-Bahn in die Trams der Linien M5, M6 und M8. Zum anderen stehen Autofahrer an einer zusätzlichen roten Fußgängerampel. Vor allem im Berufsverkehr erhöht sich die Staugefahr auf der zweitlängsten Straße Berlins zusätzlich.

Bahnhof soll barrierefrei umgebaut werden

Dieser Zustand soll noch bis zum Jahresende anhalten, wie die BVG auf Anfrage mitteilt. Grund für die Tunnelsperrung ist der Einbau eines Aufzugs, wie eine Sprecherin der Verkehrsbetriebe erklärt. Man habe vom Senat den Auftrag bekommen, die Unterführung barrierefrei umzugestalten. Bislang müssen Fahrgäste am S-Bahnhof Kinderwägen und Rollstühle tragen. Die Kosten der Aufzugnachrüstung sollen bei über einer Million Euro liegen. „An dieser Stelle ist ein Aufzug sehr sinnvoll“, verweist die BVG-Sprecherin auf den Bedarf am stark frequentierten Umsteigebahnhof an der Bezirksgrenze von Pankow, Friedrichshain-Kreuzberg und Lichtenberg.

S-Bahn ließ Tunnelwände von Künstlern gestalten

Bei dem jetzigen Projekt handelt es sich um die zweite Umgestaltung des Fußgängertunnels innerhalb eines Jahres. Seit vergangenem Herbst experimentiert die S-Bahn Berlin mit neuen Wandfolien, die aus schwarzen und ockerfarbenen Klebebändern bestehen. Zur Aufwertung des oft beschmierten Tunnels habe man das Berliner Künstlerkollektiv „Tape That“ angeheuert, teilte die S-Bahn damals mit. Es handle sich um eines von 16 neuen Projekten zur Steigerung der Kundenzufriedenheit. Angaben zum Honorar für die Künstler gab es keine. Nur wenige Wochen nach der Anbringung waren der künstlerische Wandschmuck wieder beschmiert – was aber wegen des Graffiti-ähnlichen Musters kaum auffiel.