Sanierungsarbeiten

Pankower rätseln über "Berliner Mauer" an Prenzlauer Allee

Beim Umbau des Fröbelplatzes entsteht eine auffällig geformte Mauer. Das Bezirksamt versichert: Sie hat keine militärischen Zwecke.

Soll als Lärmschutz dienen: Die neue Wand auf dem Fröbelplatz an der Prenzlauer Allee in Pankow erinnert manche Betrachter an eine Panzersperre.

Soll als Lärmschutz dienen: Die neue Wand auf dem Fröbelplatz an der Prenzlauer Allee in Pankow erinnert manche Betrachter an eine Panzersperre.

Foto: Thomas Schubert

Berlin. Ein Truppenübungsplatz an der Prenzlauer Allee? Barrikaden vor dem Sitz der Bezirksverordnetenversammlung Pankow? Eine neue Mauer hinter den Bauzäunen auf dem Fröbelplatz lässt Passanten rätseln, was hier vor sich geht. Auf der wellenförmigen Barrikade sitzen klammerartige Spitzen – die Gesamtanmutung ist martialisch, ein Nutzen nicht direkt ersichtlich.

Den Linken-Politiker Wolfram Kempe verleitete das Bauwerk nun sogar zu einer amüsanten Anfrage, die seine Zweifel an einer pazifistischen Absicht deutlich machen – er spricht dabei ironisch von einer „Panzersperre an der Prenzlauer Allee“, die noch dazu „dilettantisch“ umgesetzt wurde. „Mit welchen Truppenbewegungen auf dem Fröbelplatz rechnet das Bezirksamt kurz-, mittel- und langfristig aus welchen Gründen?“, will Kempe wissen.

Die Antwort gibt Baustadtrat Vollrad Kuhn (Grüne), der erstens pazifistische Haltung des Bezirks bekräftigt und zweitens erklärt, dass die Wand keine militärische Verwendung hat. Sie dient ganz einfach dem Lärmschutz. Beim Verweilen auf der Liegewiese des Fröbelplatzes soll man künftig vergessen können, dass hier eine der meistbefahrenen Straßen der Hauptstadt vorbeiführt – die Prenzlauer Allee.

Prenzlauer Allee in Pankow: Lärmschutzwand sollte eigentlich über zwei Meter hoch sein

Nach ersten Prüfungen sollte die Wand sogar wesentlich höher ausfallen. „Das Ergebnis von schalltechnischen Untersuchungen war eine mindestens 2 bis 2,50 Meter hohe Lärmschutzwand, die sich auf die gesamte Breite zur Prenzlauer Allee erstreckt“, berichtet Kuhn. Aber nach Abwägung der Vor- und Nachteile aller Varianten habe man sich nun doch für eine „Minimalwand“ entschieden, die sich gut in die Gestaltung der Parkanlage integriert und auch als Sichtschutz dient. Pflanzen werden den groben Beton künftig noch etwas kaschieren. Kostenpunkt für das 86 Meter lange „Freiraum-Element“: 146.000 Euro. Insgesamt schlägt die Neugestaltung des Fröbelplatzes laut Bezirksamt mit 895.000 Euro zu Buche.

Dafür geht es hinter der Wand später gemütlich zu. Der geschützte Aufenthaltsbereich wird mit einer Mischung aus Bambus und hohen immergrünen Gräsern bepflanzt, damit die Spiel- und Liegewiese auch botanisch vom Straßenlärm abgeschirmt wird. „Auf der Wiese werden Sonnenliegen und Tisch-Bank-Kombinationen aufgestellt, die zum Verweilen und Ausruhen einladen“, gibt Kuhn einen Ausblick auf die Situation im nächsten Sommer.

Künftig wird der Fröbelplatz über die neu angelegten, aufgeweiteten Wege nicht nur barrierefrei erreichbar sein, er soll sich auch zum Anziehungspunkt für Sportler entwickeln. Geplant ist die Errichtung einer Fitness-Anlage unter freiem Himmel und einer neuen Boule-Bahn.