Trinkwasser

Pankow fehlen im Katastrophenfall 135 Wasserbrunnen

Wenn die Wasserversorgung zusammenbricht, müssen sich Berliner mit Notbrunnen versorgen. In Pankow gibt viel zu wenige.

Die Versorgung mit Trinkwasser ist in Pankow nicht mehr garantiert.

Die Versorgung mit Trinkwasser ist in Pankow nicht mehr garantiert.

Foto: Volkmar Schulz / KEYSTONE

Berlin. Im Katastrophenfall kann es in Berlin vorkommen, dass die Wasserversorgung zum Erliegen kommt. Im Ernstfall stehen für die Wasserversorgung spezielle Brunnen zur Verfügung – so genannte Notwasserpumpen. In Pankow, dem einwohnerstärksten Bezirk gibt es derzeit 136 solcher Pumpen. Das geht aus der Antwort des Bezirksamts auf eine Anfrage der SPD-Fraktion hervor. Zum Bestand gehören 31 Brunnen des Landes und 105 Brunnen des Bundes. Von diesen 136 Pumpen waren im Juni aber nur 105 funktionsfähig.

Jeder neu Brunnen kostet rund 30.000 Euro

Die Zahl der Brunnen reicht auch wegen des Bevölkerungswachstums nicht mehr aus, gibt das Bezirksamt bekannt. Um die 407.000 Pankower ausreichend zu versorgen, müssten 135 neue Brunnen gebaut werden – jeder Brunnen ist für die Versorgung von 1500 Einwohnern konzipiert. Um diese Quote einzuhalten, müsste das Land Berlin rund vier Millionen Euro investieren. Jeder Brunnenneubau kostet rund 30.000 Euro.

Der Bund stellt für die Instandhaltung bestimmter Brunnen im Land Berlin zwar Geld bereit, das von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz an die Bezirke weitergegeben wird. Diese Mittel sind in der Regel aber nicht ausreichend, um den laufenden Unterhaltsbedarf zu decken und sind in den vergangenen Jahren mehrfach verzögert oder gar nicht gewährt worden, warnt das Bezirksamt Pankow. Die Katastrophenschutzbeauftragten der Bezirke hätten wegen des drohenden Wassermangels bereits mehrfach einen „Brunnengipfel“ gefordert, der alle Verantwortlichen an einen Tisch bringen soll.