Behördenstreit

Grenzzaun im Mauerpark: Pankow prüft die Öffnung

Eine Barriere zwischen den 700 Wohnungen am Lichtburgring und dem Mauerpark beschäftigt gleich mehrere Ämter.

Geteilte Stadt: Zwischen Pankow und Gesundbrunnen ragt ein Zaun empor, den Investor und Behörden nicht öffnen können.

Geteilte Stadt: Zwischen Pankow und Gesundbrunnen ragt ein Zaun empor, den Investor und Behörden nicht öffnen können.

Foto: Thomas Schubert

Berlin. Mal als Stahl, mal Holz – und an der Ecke des Gleimtunnels versehen mit einer Rolle Stacheldraht – der Zaun an der neuen Wohnsiedlung „So Berlin“ ist ein Kuriosum – eine neue Begrenzung im früheren Mauerstreifen. Er stellt nicht nur Anwohner vor ein Rätsel, sondern bereitet auch den verantwortlichen Behörden Probleme. Zwar hatte sich die Groth-Gruppe während des Baus von rund 700 Wohnungen für einen Durchgang zum angrenzenden Mauerpark eingesetzt. Doch auch Monate nach der Fertigstellung der Siedlung ist keine offizielle Lösung in Sicht. Groth, die Senatsverwaltung für Umwelt und die Bezirksämter Pankow und Mitte streiten um die Zuständigkeit.

Eine Anwohnerinitiative, die sich über die Situation ähnlich einer „Gated Community“ beklagt und 300 Unterschriften gesammelt hatte, sieht keine Hoffnung mehr, dass in diesem Jahr noch ein Durchgang zum Mauerpark geschaffen wird. Stattdessen passieren Anwohner den Zaun eigenmächtig durch ein Loch, das formell nicht vorgesehen ist, aber toleriert wird.

Zaun sollte ursprünglich ein Bahngelände absperren

Pankows Baustadtrat Vollrad Kuhn (Grüne) hat nun auf Anfrage der CDU-Fraktion neue Erkenntnisse vorgelegt, weshalb der Grenzzaun zwischen Gesundbrunnen und Prenzlauer Berg überhaupt existiert. Laut Kuhn wurde die Barriere im nördlichen Abschnitt des Mauerparks als Abgrenzung zum Bahngelände und Lagerflächen im Bezirk Wedding durch die Stiftung Grün Berlin im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt bereits 1998 erbaut – also lange, bevor Groth das Wohnquartier errichtete. Offenbar sei der Zaun ursprünglich als Sichtschutz angelegt worden, um die Jugendfarm Moritzhof von den Lagerflächen auf dem Bahngelände abzuschirmen. Statt der Lagerflächen befinden sich hier nun die neuen Wohnhäuser.

Pankow schlägt zwei Öffnungen vor

Eine Chance, mehrere Zaunteile herauszunehmen und eine „Begegnungszone“ an der Schwelle zwischen der neuen Siedlung und dem Mauerpark zu schaffen, wie es die CDU vorschlägt, sieht der Stadtrat nicht. Dies sei im Bebauungsplan nicht vorgesehen. „Hauptproblem ist vor allem, dass spielende Kinder durch eine ungeregelte Öffnung direkt auf die unmittelbar angrenzende Privatstraße treten und sich der Gefahr an dieser Stelle nicht bewusst sind“, gibt Kuhn zu bedenken.

Trotzdem sei die Öffnung des Zauns zwischen Mauerpark und Wohnsiedlung an zwei Stellen sinnvoll: Am nördlichen Rand des Spielplatzes über die angrenzende Fläche der Deutschen Bahn, wobei hier die Kinder auf dem Spielplatz vor Radfahrern geschützt werden müssten. Und am südlichen Ende der Siedlung an der Treppe zur Schwedter Straße. Hier schlägt das Bezirksamt Pankow eine Fußgängerpforte mit selbstschließender Tür zum Lichtburgring vor. Ob sich Pankow mit diesen Ideen für Passagen im Zaun durchsetzen kann, wird sich bei den weiteren Verhandlungen zeigen.