Fête de la Musique

Straßenmusiker sammeln Geld für Schallschutz im Mauerpark

Ein Konzert zur Fête de la Musique steht im Zeichen des Streits um Ruhestörung. Bislang will niemand Schallschutz-Muscheln bezahlen.

Musiker im Mauerpark fordern bei einer Kundgebung am Freitag eine technische Lösung für das Lärmproblem.

Musiker im Mauerpark fordern bei einer Kundgebung am Freitag eine technische Lösung für das Lärmproblem.

Foto: RubyImages/F. Boillot

Für Musiker im Mauerpark gelten seit dem Frühjahr zwar neue Regeln. Aber ob sich der Streit mit lärmgeplagten Anwohnern allein dadurch schlichten lässt, dass Lieder nur noch in Richtung Osten tönen, halten sie offenbar selbst für unwahrscheinlich. Nun fordern die Initiativen „Save Mauerpark“ und „Berlin Street Music“, die in den letzten Monaten Tausende Unterschriften für die musikalische Kunstfreiheit gesammelt haben, eine technische Lösung. Konkret heißt das: Ein Schallschutz-Muschel soll zukünftig Geräusche dämpfen. Weil bisher weder das Bezirksamt Pankow noch Senat für diese Konstruktion aufkommen wollen, sammelt die Initiative nun auf eigene Faust Geld.

Aktion auf dem Tempelhofer Feld wurde verboten

Bei einem spontanen Konzert zur Fête de la Musique im Mauerpark am Freitag, 21. Juni, von 16 bis 20 Uhr geht es darum, Spenden zu beschaffen, um eine solche Schallschutz-Vorrichtung zu kaufen. „Ihre Installation im Park würde helfen, die Schallimmission in Richtung der Wohnbebauung zu reduzieren - und würde auch innerhalb des Parks selbst eine Schutzwirkung haben“, erklärt „Save Mauerpark“-Sprecher Ulrich Schweizer. Er sagt: „Sehr viele Nachbarn wünschen sich Schallschutzmaßnahmen, daher sehen wir die Fête auch als Nachbarschaftsfest. Anwohner seien aufgerufen, bei der Aktion mitzumachen. Ursprünglich sollte das Konzert im großen Stil auf dem Tempelhofer Feld stattfinden. Aber das habe die Stiftung Grün Berlin aber nicht genehmigt, bedauert Schweizer.

Instrumente von Musikern wurden beschlagnahmt

Was in Prenzlauer Berg erprobt wird, soll nach Auffassung von „Save Mauerpark“ und „Berlin Street Music“ bei Straßenkonzerten in der ganzen Hauptstadt zur Anwendung kommen. Dazu zählt auch ein verbindliches Regelwerk. In der Ankündigung des Konzerts im Mauerpark schreibt Schweizer: „In der ganzen Stadt sollte es klare Regeln geben, unter welchen Bedingungen Straßenmusik erlaubt und geschützt ist. Zur Zeit sind die Regeln völlig unklar, weltfremd, in jedem Bezirk verschieden. Immer mehr Musiker werden bestraft. Sogar Instrumente wurden beschlagnahmt“.

Im Mai hatte das Bezirksamt Pankow zusätzlich zu den Regeln für den Mauerpark Bestimmungen veröffentlicht, die unter anderem vorsahen, dass Konzerte auf dem Kollwitzplatz, an der Oderberger Straße und Straßen mit weniger als 20 Metern Breite verboten sind. Nur wenige Tage später wurde dieses Regelwerk für Straßenkonzerte durch einen Dringlichkeitsbeschluss der Bezirksverordneten wieder gestoppt. Seit dem arbeitet das Bezirksamt an einer alternativen Lösung.