Berliner Mauer

Mauer soll offiziell zur Graffiti-Wand werden

Das Besprühen des Betonwalls auf dem Hang im Mauerpark war bisher nur geduldet – künftig soll es legal sein.

Bislang sind die Wandbilder an der Hinterlandmauer streng genommen illegal.

Bislang sind die Wandbilder an der Hinterlandmauer streng genommen illegal.

Foto: Thomas Schubert / BM

Pankow. Es ist eine diese Angelegenheiten wie das Biertrinken in Berliner Bahnen: An der Hinterlandmauer im Mauerpark üben sich Graffitikünstler so zahlreich im Aufsprühen von Gemälden, dass eines leicht in Vergessenheit gerät - das, was hier geschieht, ist nicht erlaubt.

Jetzt aber soll das Bezirksamt Pankow das Gewohnheitsrecht der Wandmalerei offiziell absegnen. So will es ein Antrag der Linksfraktion, der in der Pankower Bezirksverordnetenversammlung viel Zuspruch fand.

Unter dem Titel „Hinterlandmauer endgültig legalisieren“, hatten die Linken gefordert, das Sprühen nicht nur zu dulden wie bisher, sondern den Künstlern ganz formell die Angst vor einer Strafverfolgung zu nehmen. „In Berlin gibt es nur sehr wenige Plätze, an denen legales Graffiti geduldet wird, die meisten davon sind auf privaten Grundstücken. Diese Orte stehen unter der ständigen Gefahr, wieder gesperrt zu werden“, heißt es als Begründung.

Bezirk soll Müllcontainer für Spraydosen aufstellen

Zuvor hatte die Senatsverwaltung für Inneres und Sport ihre Bedenken beiseite geräumt. „Gegen eine legale Nutzung der Mauer auf dem Hang zum Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark für Graffiti-Kunst hat die Senatsverwaltung für Inneres und Sport keine Einwände, soweit sich die Graffiti auf die Außenwand zum Mauerpark beschränken“, heißt es in einer Stellungnahme.

Eine Bedingung gibt es aber

Doch die Verwaltung stellt dem Bezirksamt Pankow auch eine Bedingung: Vor der Freigabe müsse man „ortsnahe Müllcontainer für die Entsorgung der Spraydosen“ aufstellen, weil diese als Sondermüll gelten. Auch „Hinweistafeln zum Nutzungsumfang“ seien Geboten – damit kein Graffito versehentlich dort landet, wo es nicht hingehört.

„Es scheinen alle Voraussetzungen für eine dauerhafte Legalisierung erfüllt zu sein, was zur großen Freude vieler Pankower endlich zu einem geklärten Rechtszustand führen kann“, schlussfolgern die Linken. Ein künstlerischer Nebeneffekt sei ebenfalls zu erwarten. Denn die künftig erlaubten Wandbilder könnten ohne Hast und „mit mehr Sorgfalt“ entstehen.