Arkenberge

Pläne für Skigebiet auf Berlins höchstem Berg

Im Sommer ins Strandbad, im Winter auf die Skipiste: Das neue Konzept für den Naturerlebnispark überrascht mit Ganzjahresangeboten.

Rund um Berlins höchsten Berg, den Arkenberg im Norden von Pankow, soll ein 900.000 Quadratmeter großer Freizeit- und Erlebnispark entstehen.

Rund um Berlins höchsten Berg, den Arkenberg im Norden von Pankow, soll ein 900.000 Quadratmeter großer Freizeit- und Erlebnispark entstehen.

Foto: RICARDA SPIEGEL

Berlin.  Auch wenn viele Berliner es bis heute nicht wissen: Längst ist der Teufelsberg als höchste Erhebung der Stadt entthront. Im äußersten Norden von Pankow sind die Arkenberge dank Aufschüttung im Jahre 2015 zum neuen Gipfel der Hauptstadt erwachsen und ragen mit einem Gardemaß von 122 Metern am Stadtrand empor. Doch was sollen die Berliner anfangen mit einem solchen Riesen aus Erde und Gras auf dem Gelände einer früheren Deponie?

Eine Fülle von Antworten geben die neuesten Konzepte des Planungsbüros der Gebrüder Ralf und Bernd Hartmann. Der wohl originellste Einfall: Am Hang soll ein Skigebiet mit Matten entstehen, die Schnee simulieren. Das so genannte Hangsportzentrum Arkenberge könnte teilweise überdacht werden und soll über einen Lift verfügen, der Besucher bis an den Gipfel bringt. Ein Wintersport-Zentrum im Flachland – das ist ein Gedanke, den man in Berlin so noch nicht hatte. „Man kann dort Ski oder Snowboard-Fahren, je nachdem, was man lieber mag“, kündigt Ralph Hartmann an.

Gemeinsam mit seinem Bruder und dem Eigentümer des Geländes, dem Unternehmer Philipp Heim, wirbt er derzeit mit nochmals verfeinerten Plänen für einen Naturerlebnispark Arkenberge um die Zustimmung der Pankower Bezirksverordneten. Denn sie müssen den Aufbau des Parks auf dem 80 Hektar großen Gelände mit einem Bebauungsplanverfahren absichern lassen. Während die Renaturierung des Doppelgipfels bereits läuft, ist die Nutzung als Naturerlebnis- und Freizeitort noch Zukunftsmusik.

200 Arbeitsplätze können im Norden von Pankow entstehen

Schon 2016 hatten die Hartmanns umfangreiche Pläne vorgestellt. Ideen für ein Strandbad an einem der beiden Seen und für eine Sommerrodelbad ließen aufhorchen. Doch das Planungsverfahren mit dem Bezirksamt kam seitdem nur langsam voran. Und die Berliner werden noch lange warten müssen, ehe sie ihre Snowboards in Pankow ausprobieren dürfen. Frühestens in fünf Jahren kann ein Bebauungsplanverfahren zum Abschluss kommen und ein Baubeginn erfolgen, stellt das Bezirksamt klar.

Fraktionen beraten über Pläne

Jetzt liegen aber erst einmal die überarbeiteten Pläne vor und müssen in den Fraktionen beraten werden. Neben dem Skigebiet skizzieren die Hartmanns nun Ideen für einen Sandstrand mit Bar, eine Wellenanlage in einem künstlichen Becken, Übernachtungsangebote in 40 Bungalows, und eine Panoramastation mit Blick in Richtung Berliner Fernsehturm. Insgesamt könnten 200 Arbeitsplätze entstehen, viele davon auch ganzjährig. Neben kostenpflichtigen Angeboten bleibt ein Teil des Geländes als offener Treff für Anwohner und Jugendliche reserviert.

Solche Pläne seien durchaus realistisch – das habe man mit einer Machbarkeitsstudie prüfen lassen, betonen die Planer. Eines der Kernprobleme des Projekts: Die Arkenberge sind bislang nur schwierig erreichbar. Ein neuer S-Bahnhof an der Linie S8 – das ist die Lösung, auf die man in Pankow am ehesten setzt. Mit 2000 Besuchern am Tag rechnen die Parkbetreiber für die Zeit nach der Eröffnung im Jahresdurchschnitt, wobei es im Sommer wesentlich mehr sein dürften und im Winter deutlich weniger.

Schon jetzt zieht die Erhebung an warmen Tagen Tausende Besucher an, die laut CDU-Politiker Johannes Kraft für „massive Konflikte und Vandalismus“ sorgen. Er und seine Fraktion sehen die Pläne für den Naturerlebnispark wohlwollend, weil man damit Kontrolle über das Gelände bekomme und die Mischung aus freien Angeboten und gastronomischen Ansätzen stimme.

Auch kritische Kommentare

Unter den Baupolitikern im Bezirk ernten die Konzepte aber auch kritische Kommentare. „Das scheint mir ein Stück zu viel zu sein mit den Übernachtungsplätzen und der Skianlage“, meint zum Beispiel der SPD-Fraktionschef Roland Schröder. Außerdem müsse man daran zweifeln, dass sich ein S-Bahn-Halt am Fuß der Arkenberge überhaupt lohnt. Den Betreibern solle klar sein, dass sie sich an den Kosten einer neuen Station beteiligen werden.