Verkehr

Stargarder Straße in Pankow soll Fahrradstraße werden

Das Bezirksamt Pankow will das Verkehrswende-Projekt in Prenzlauer Berg noch in diesem Jahr umsetzen.

Verkehrswende auf blauem Grund: So stellt sich die Initiative Volksentscheid Fahrrad eine Fahrradstraße vor, wie sie nun in Prenzlauer Berg entstehen könnte. 

Verkehrswende auf blauem Grund: So stellt sich die Initiative Volksentscheid Fahrrad eine Fahrradstraße vor, wie sie nun in Prenzlauer Berg entstehen könnte. 

Foto: Volksentscheid Fahrrad

Berlin. Scharenweise sausen Radfahrer unter dem Viadukt der U-Bahnlinie 2 hindurch. Geht es nach dem Augenschein, dann ist die Ost-West-Achse Stargarder Straße in Prenzlauer Berg jetzt schon dominiert von Verkehrsteilnehmern, die lieber im Sattel sitzen als im Fahrersitz eines Autos. Demnächst könnte sich das Kräfteverhältnis noch einmal deutlicher verändern - zuungunsten des motorisierten Verkehrs.

Bereits im Herbst will das Bezirksamt Pankow die Stargarder Straße offiziell als Fahrradstraße ausweisen und damit Autos und Lastwagen mit Ausnahme der Anlieger verbannen lassen – so hat es der zuständige Stadtrat Vollrad Kuhn (Grüne) jetzt angekündigt. Es wäre die 21. Fahrradstraße Berlins.

Voraussichtlich im Mai werde man die endgültige Entscheidung darüber treffen, nachdem die Ergebnisse der Untersuchung durch ein Ingenieurbüro reif sind für die Umsetzung in die Praxis. Schon im vergangenen Jahr hatte eine Verkehrszählung ergeben, dass der Anteil von Radfahrern an der Stargarder Straße bei etwa 44 Prozent liegt.

Warum die Stargarder Straße die Bedingungen für eine Fahrradstraße – nämlich eine nachweislich hohe Dominanz des Radverkehrs – offenbar erfüllt, aber die anschließende Gleimstraße von der Neuregelung ausgenommen bleibt? Das liegt an der Vollsperrung des Gleimtunnels, die seit Anfang des Jahres den Autoverkehr zwischen Gesundbrunnen und Prenzlauer Berg zum Erliegen bringt.

Verkehrszählung wegen gesperrtem Gleimtunnel nicht möglich

Aus Sicherheitsgründen entschied sich das Bezirksamt Pankow, die Durchfahrt in beiden Fahrtrichtungen zu sperren, weil Anwohner über gefährliche Situationen mit Geisterfahrern klagten. Bis dato war es nur Autofahrern aus Gesundbrunnen kommend erlaubt, den Tunnel zu durchqueren, dessen Mündung durch eine Baustelle der Berliner Wasserbetriebe teils versperrt wird. Trotz des Verbots waren zuvor auch Autofahrer aus Richtung Prenzlauer Berg eingefahren, was laut Anwohnern zu Beinaheunfällen geführt hatte.

Nun, da in der Gleimstraße nur noch Anliegerverkehr stattfindet, lässt sich keine verlässliche Verkehrszählung mehr durchführen und folglich auch keine Fahrradstraße ausweisen – das hat man auch im Bezirksamt Pankow erkannt. Trotzdem ist der Wille da, früher oder später auch hier den Autoverkehr zu verbannen. „Die Stargarder Straße wird lediglich vorgezogen, da eben wegen der Sperrung des Tunnels in der Gleimstraße aktuell keine realistischen Zahlen ermitteln werden können“, heißt es zur Erklärung von Stadtrat Kuhns Sprecherin Nicole Holtz.

Wenn es auch hier um die Ausweisung einer Fahrradstraße geht, wird sich der Bezirk wohl auch noch einmal mit den Einwänden von Anwohnern befassen müssen. Bei einer ersten Informationsveranstaltung hatten Nachbarn darauf hingewiesen, dass der Lieferverkehr für die Max-Schmeling-Halle am Mauerpark über die Gleimstraße abgewickelt wird. Die Hürde zur Umwidmung dieses wichtigen Zubringers zugunsten des Radverkehrs liegen auch aus formellen Gründen hoch. Dafür müsste der Senat die Gleimstraße offiziell aus dem übergeordneten Verkehrsnetz Berlins entlassen.

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