Mehrere Verletzte

Türsteher versperrt Polizisten Clubtür und sprüht Reizgas

Finanzkontrolleure und Polizei wollten einen Club an der Storkower Straße überprüfen. Die Situation eskalierte.

Die Einsatzkräfte an der Storkower Straße.

Die Einsatzkräfte an der Storkower Straße.

Foto: Thomas Peise

Bei einem Einsatz in einem Club in Prenzlauer Berg sind sechs Polizeibeamte durch Reizgasattacken eines Türstehers verletzt worden. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, waren Beamte der 15. Einsatzhundertschaft am Abend zuvor zur Unterstützung des Hauptzollamtes eingesetzt, das in dem Club an der Storkower Straße Schwarzarbeit-Kontrollen durchführen wollte.

Als die Einsatzkräfte sich dem Club nähern wollten, stand die Eingangstür offen, sie wurde allerdings sofort verschlossen, als der 42-jährige Türsteher die Beamten bemerkte. Sämtliche Aufforderungen, die Tür zu öffnen, wurden ignoriert.

Als es Einsatzkräften gerade gelungen war, die Tür von außen einen Spalt weit zu öffnen, versprühte der 42-Jährige plötzlich Reizgas und traf damit drei Beamte am Kopf und im Gesicht.

Nach gewaltsamer Öffnung der Tür erneut Reizgas-Angriff

Nachdem es der Polizei endlich gelungen war, die Tür vollständig zu öffnen und in den Vorraum des Clubs zu gelangen, versprühte der Türsteher dort erneut Reizgas, diesmal traf es eine Beamtin und zwei ihrer Kollegen. Erst danach gelang es, den sich heftig wehrenden Mann zu überwältigen und festzunehmen.

Zu diesem Zeitpunkt befanden sich außer dem 42-Jährigen noch dessen Ehefrau und ein weiterer Mann im Eingangsbereich des Clubs. Während die Beamten des Hauptzollamtes endlich ihre Kontrollen durchführen konnten, mussten die sechs verletzten Polizisten ihren Dienst beenden und ihre Augen- und Atemwegsreizungen ambulant in einem Krankenhaus behandeln lassen.

Täter ist der Polizei bereits bekannt

Der bereits polizeibekannte Türsteher wurde nach dem Ende der polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß gesetzt, zum Ergebnis der Schwarzarbeitkontrollen gibt es noch keine Angaben.

Unbestätigten Medienberichten zufolge fand in dem Club zuvor eine Veranstaltung einer umstrittenen “zivilen Seenotrettungsorganisation“ statt, die im Mittelmeer aktiv ist.