Prozess

Angriff auf Touristen in S-Bahn: Viereinhalb Jahre Haft

Zwei mexikanische Touristen wurden vor sieben Monaten in einer S-Bahn Opfer eines Gewaltverbrechens. Sie wurden schwer verletzt.

S-Bahn in Berlin (Archivbild)

S-Bahn in Berlin (Archivbild)

Foto: picture alliance

Berlin. Sieben Monate nach einer Messerattacke auf zwei mexikanische Berlin-Touristen in einer S-Bahn ist ein 32-Jähriger zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Landgericht der Hauptstadt sprach den Angeklagten am Donnerstag der gefährlichen Körperverletzung schuldig. Er habe eine Auseinandersetzung provoziert und auf die damals 19 und 21 Jahre alten Opfer eingestochen, begründete das Gericht.

Die beiden Mexikaner waren am frühen Morgen des 16. Juni 2018 mit einer 37-jährigen Begleiterin aus Deutschland unterwegs, als es zum Angriff kam. In einem S-Bahnzug der Linie S41 zwischen den Bahnhöfen Prenzlauer Allee und Greifswalder Straße habe der aus Pakistan stammende Angeklagte auf zwei ihm fremde Männer eingestochen, "die ihn vielleicht nur angeguckt haben", sagte der Vorsitzende Richter. Es habe nur Blicke gegeben.

Drei schwere Stichverletzungen erlitt einer der beiden Touristen, bei dem anderen waren es zwei. Für einen der Geschädigten habe akute Lebensgefahr bestanden, hieß es weiter im Urteil. Der Angeklagte, der rund eineinhalb Monate nach der Tat gefasst und verhaftet wurde, habe im Prozess gestanden, Reue gezeigt und um Verzeihung gebeten. Kurz nach seiner Flucht habe er sich gegenüber Bekannten allerdings mit dem Angriff gebrüstet. Das Urteil, das im Wesentlichen dem Antrag der Staatsanwaltschaft entsprach, ist noch nicht rechtskräftig.

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