Soziale Wärme

Neue Notübernachtung für Obdachlose in Berlin

In einem ehemaligen Verwaltungsgebäude von Vattenfall hat eine Notübernachtung für Obdachlose eröffnet.

Symbolbild

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Foto: picture alliance/Paul Zinken/dpa

Berlin. Soziale Wärme: In einem ehemaligen Verwaltungsgebäude des Energieversorgers Vattenfall nahe des Pankower Jobcenters hat eine Notübernachtung für Obdachlose eröffnet. Seit Anfang Januar bietet das Haus rund 100 Menschen ein warmes Abendessen, Frühstück, ein Bett im Viererzimmer, Duschen und einen Raum zum Wäschewaschen. Im Moment kämen 80 bis 100 Menschen pro Nacht, sagte Marcel Deck, Bereichsleiter des sozialen Trägers Gebewo. Die Unterkunft liegt zehn Busminuten vom Alexanderplatz entfernt in einem Gewerbegebiet. Früher wurde dort Fernwärme koordiniert.

Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) lobte am Donnerstag bei einem Besuch den großen Einsatz für diese zusätzliche Unterkunft. Sie kostet Berlin rund 225 000 Euro für drei Monate. Es gibt Pläne des Landes, das Gebäude dauerhaft für die Obdachlosenhilfe zu kaufen. Dann müsste die Unterkunft nicht zum 31. März mit dem Ende der Kältehilfe schließen. Im Moment müssen Obdachlose hier wie in vielen Notübernachtungen nach dem Frühstück gehen. Offen ist dann wieder ab 19 Uhr.

Im Mittel bietet Berlin in diesem Winter 1197 Notschlafplätze. Nach Angaben der Senatsverwaltung für Soziales sind sie im Moment zu rund 90 Prozent ausgelastet. Dennoch sind im Januar bereits drei Obdachlose nachts auf der Straße gestorben. Ob sie erfroren sind, sollen Obduktionen noch klären.

Mehr Hilfe soll es ab Freitag am Kältebahnhof Lichtenberg geben. Dort eröffnen Räume, in denen Streetworker warme Getränke ausschenken, kündigte Breitenbach an. Am U-Bahnhof Moritzplatz soll bald eine Wärmehalle aufgestellt werden. Die Kältbahnhöfe, die nachts offen bleiben, nutzen bisher rund 50 Obdachlose pro Nacht.

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