Einkaufen in Pankow

Wie das Rathaus-Center seinen 20. Geburtstag feiert

Porträts von normalen Pankowern – und 20 Tage Festivitäten im Herbst. Center Manager Peter Schönbrunn plant das Jubiläum seiner Mall.

Seit einem Jahr leitet Peter Schönbrunn die Geschäfte im Rathaus-Center - und eröffnet nun eine Fotoausstellung mit den Porträts von ganz normalen Pankowern.

Seit einem Jahr leitet Peter Schönbrunn die Geschäfte im Rathaus-Center - und eröffnet nun eine Fotoausstellung mit den Porträts von ganz normalen Pankowern.

Foto: Thomas Schubert

Pankow. Da hängt Uli, ein Herr in den besten Jahren mit Jeansjacke und fescher Kappe. Dort grüßt Bernd mit einem fröhlichen Fingerzeig. Und zwischen den beiden Posterhelden finden sich Bilder von Mädchen mit lockigen Haaren, Vätern mit müden Augen, Müttern im Lieblingspullover. Ganz gewöhnliche Pankower sollten es sein – das war die einzige Vorgabe für eine Fotoschau der unkapriziösen Art.

Jeder der Porträtierten im Rathaus-Center ist auf seine Art ein Original. Was im Herbst als Fotoprojekt begann, trägt jetzt im tiefen Winter Früchte. In mehrere Ausstellungsinseln auf zwei Etagen sortiert, sehen Besucher des Einkaufszentrums bei der Fotoausstellung bis zum 9. Februar ihresgleichen. „Es ging darum, die Seele zu streicheln“, erklärt Center-Manager Peter Schönbrunn den Sinn der Fotoaktion, die Pankower in allen Lebenslagen zeigt.

Aber natürlich geht es auch darum, zu zeigen, dass im Rathaus-Center Pankower jeder Coleur zusammenkommen. Und damit sind tatsächlich Pankower im engeren Singe gemeint. Kundenströme aus Prenzlauer Berg werde man wohl auch in Zukunft nicht an die Breite Straße lenken, räumt Schönbrunn ein – „wir orientieren uns lieber nach Norden“. Der Manager meint Ortsteile wie Niederschönhausen, Wilhelmsruh und Französisch Buchholz. Aber der Großteil der Kundschaft wohnt gleich nebenan. „Wir sind hier der Marktplatz“, sagt Schönbrunn zur Positionierung. Im 20. Jahr des Bestehens seiner Mall will er diesen Umstand noch einmal besonders hervorheben. Die neue Fotoausstellung bildet den Vorspann zu einer Geburtstagsfeier, die im Herbst unter dem Motto „20 Jahre – 20 Tage“ stattfinden soll.

Pläne für Neugestaltung des Centers sind in Arbeit

Details will Schönbrunn noch nicht verraten. Es soll aber wieder vorrangig um die Menschen gehen, um das Vereins- und Familienleben – und nur in zweiter Linie um die Dinge, die sie kaufen. Mit 80 Geschäften und einer Handelsfläche von 29.000 Quadratmetern ist das Rathaus-Center seit 1999 der größte Handelsplatz im Kiez. Und seit einem Jahr leitet Schönbrunn nun die Geschicke. Unter seiner Regie zog die Post von ihrem provisorischen Sitz in einem Gewerbegebiet an der Berliner Straße ins Untergeschoss der Mall. In den völlig neu gestalteten Kellerräumen zeigt sich auch, wie es künftig im Rest des Centers aussehen könnte.

Der aufgefrischte Sanitärbereich und das Foyer vor der Post mit Holzoptik und hellem Grün nehmen die Neugestaltung der restlichen Flächen in den oberen Stockwerken vorweg. Ein konkretes Konzept für ein „Refurbishment“, wie eine Neugestaltung von Einkaufszentren von in der Fachsprache heißt, befindet sich noch in Arbeit.

Kleinere Umbauten erfuhr zuletzt das Parkhaus des Centers – mit 850 Stellplätzen bietet es mehr Platz alle Seitenstreifen in den Nebenstraßen. Aber warum war der wichtigste Abstellort in Alt-Pankow nachts und am Wochenende geschlossen? Schönbrunn fand keinen triftigen Grund. Und ließ die Öffnungszeiten ändern. Ein neuer Nachtzugang erlaubt neuerdings das Abholen und Abliefern von Autos, auch wenn das Center geschlossen ist.

Im Übrigen sind Schönbrunn auch die Nöte eines Nachbarn nicht entgangen. Nebenan droht der Wellness-Oase „Saunarium“ die Schließung, weil die Cajewitz-Stiftung hier einen Beratungsstützpunkt für die umliegenden Seniorenheime einrichten möchte. „Wir wurden schon von der Wirtschaftsförderung angesprochen, ob wir Ersatzräume anbieten können“, erzählt der Center-Manager. Räume hätte man vielleicht schon, aber keinen Garten, den die „Saunarium“-Betreiber als wichtiges Kriterium nennen. Wer im Rathaus-Center entspannen möchte, kann sich auf den Liegen des hauseigenen Salzdoms niederlassen, dem exotischsten Ort des eher bodenständigen Centers. Glaubt man dem Betreiber, stammen die Salzklötze aus dem Himalaya.

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