Pankow

Was sich Pankower für Spielplätze wünschen

Der Verein "Kiezinseln" hat eine Umfrage gestartet. Größter Wunsch: gesperrte Spielplätze wieder öffnen.

Christoph Weyl, seine Tochter Carla und Anke Tiedt haben verwilderte Spielplätze in Pankow satt.

Christoph Weyl, seine Tochter Carla und Anke Tiedt haben verwilderte Spielplätze in Pankow satt.

Foto: Thomas Schubert

Sie packen bei der Spielplatzsanierung mit an, organisieren Spenden, planen: Christoph Weyl, Anke Tiedt und ihre Mitstreiter vom Verein „Kiezinseln“ aus Pankow wollen keine wehleidigen, nörgelnden Eltern sein. Sie wissen um den Sorgenfall der Instandhaltung von Spielplätzen. Laut Bezirksamt liegt der Sanierungsstau allein in Pankow bei 24 Millionen Euro. Aber anstatt zu resignieren, schalten sich Weyl und sein Team immer wieder ein, um die Lage ein Stückchen zu verbessern.

Das neueste Werk des Vereins: eine selbst organisierte Umfrage zu den Wünschen der Pankower für ihre 222 Spielplätze. 250 Kinder und Erwachsene nahmen daran teil. Das Ergebnis bekam der Stadtrat für Stadtentwicklung, Vollrad Kuhn (Grüne), nun überreicht. „Der größte Wunsch ist, dass gesperrte Spielplätze wieder geöffnet werden“, nennt Weyl den wichtigsten Punkt. „Spielen im Freien ist auch im Winter ein wesentliches Bedürfnis. Das wird uns immer wieder gesagt.“ Wünschenswert sei es auch, dass sich die Anlagen möglichst nah am Wohnort befinden – vor allem in Kiezen, in denen es wenige Einfamilienhäuser mit Gärten gibt.

Zur Ausstattung der Spielplätze gibt es unterschiedliche Erwartungen. Die einen schätzen eine natürliche Anmutung mit Holz, die anderen wollen es robust – mit Materialien wie Kunststoff oder Stahl. Speziell Eltern legen auch Wert auf eine sichere Verkehrssituation rund um die jeweilige Freizeitfläche. „Weil sich Familien gerne länger dort aufhalten wollen, wünschen sie sich häufig auch Toiletten“, ergänzt Anke Tiedt. Dieses Ausstattungsdetail ist aber eine Seltenheit.

Bei 76 Anlagen besteht dringender Handlungsbedarf

Es handelt sich zwar nicht um eine repräsentative Umfrage, aber um einen Fingerzeig für eine Mammutaufgabe. Von 222 Spielplätzen in Pankow sind sieben komplett gesperrt, 13 teilweise. Bei 76 Anlagen besteht dringender Handlungsbedarf, bei 28 sei zumindest eine Teilsanierung nötig – so hat es das Bezirksamt auf Anfrage von „Ja! Spielplatz“, einer zweiten Initiative aus Pankow, zum Jahresende aufgelistet. „Für die Sanierung von 104 Spielplätzen ist derzeit die Finanzierung nicht gesichert“, so Stadtrat Kuhn. Er sieht die Gründe, warum sich die Probleme nur langsam abstellen lassen, vor allem bei fehlendem Personal. Man habe derzeit nur sechs Mitarbeiter, die sich um Planung und Instandsetzung von Spielplätzen und Schulhöfen kümmern. Denn die Höfe werden mit dem kleinen Budget mitbetreut. „Wir haben keine Reparaturteams, die sich um Sofortmaßnahmen kümmern“, sagt Kuhn. „Aber die bräuchten wir.“

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