Stadtentwicklung in Pankow

Anwohnerversammlung zu Plänen für das Pankower Tor

Investor Kurt Krieger, Senatorin Katrin Lompscher und Bezirksvertreter sprechen mit Anwohnern über das neue Stadtquartier.

Zweieinhalb Jahre nach der letzten Bürgerversammlung diskutieren die Anwohner erneut mit dem Investor und Politikern.

Zweieinhalb Jahre nach der letzten Bürgerversammlung diskutieren die Anwohner erneut mit dem Investor und Politikern.

Foto: Amin Akhtar

Es ist eines der wichtigsten Wohnungsbauprojekte in Pankow – und liefert seit zehn Jahren Stoff für politischen Streit: das Großprojekt Pankower Tor wird den alten Kern von Pankow verändern wie kein anderes Vorhaben seit der Wende. Jetzt stellen sich Investor Kurt Krieger, Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher und Bezirksbürgermeister Sören Benn (beide Linke) den Fragen der Anwohner. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung äußern sie sich am Freitag ab 18.30 Uhr in der Hoffnungskirche an der Elsa-Brändström-Straße zum Planungsstand für das künftige Stadtquartier auf Bahnhofsbrache zwischen Damerow- und Granitzstraße. Zeitgleich mit der Veranstaltung startet ein Online-Dialog, bei dem Bürger zum Bauvorhaben Stellung nehmen können.

Seit April gibt es zwischen Senat, Bezirk und Investor eine Grundsatzvereinbarung, in der alle Beteiligten das gemeinsame Ziel verabredet haben, dass 2000 Wohnungen, ein Möbelmarkt, ein Einkaufszentrum und eine Schule neu entstehen sollen. Aber noch immer sind viele Details zur Ausgestaltung des 550 Millionen-Euro-Projekts zu klären – von der künftigen Verkehrssituation bis hin zur Größe der Gemeinschaftsschule auf dem Neubaugelände. Auch die Zukunft des verfallenen Rundlokschuppens am Bahnhof Pankow-Heinersdorf ist bislang noch offen. Während das Bezirksamt auf eine neue Nutzung des Baudenkmals besteht, befürwortete Krieger bislang einen Abriss.

Workshopverfahren und Bürgerdialog laufen parallel

Eine Schlüsselrolle in dem Projekt spielt Baustadtrat Vollrad Kuhn (Grüne), der sich am Freitag ebenfalls an der Diskussion beteiligen wird und dessen Fraktion mit dem Stand der Planungen bisher unzufrieden war. Eine Einladung der Grünen zur öffentlichen Diskussion über das Pankower Tor hatte Krieger im Sommer spontan abgesagt. Im Oktober war das Pankower Tor ein Themenschwerpunkt bei einer Bezirksrundfahrt mit Antje Kapek, der Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Abgeordnetenhaus. Für eine Überraschung sorgte dabei der Vorschlag, den Möbelmarkt mit einem Hotelhochhaus zu überbauen, um dem Quartier mehr Urbanität zu verleihen. Bis heute hat Krieger auf solche Vorstöße der Grünen nicht reagiert. Bei der Versammlung am Freitag könnte es nun zum Schlagabtausch kommen.

Inmitten des politischen Streits gilt es für das Pankower Tor stadtplanerische Entscheidungen zu fällen. Im Rahmen eines Workshopverfahren sollen Architekturbüros demnächst Modelle für die Gestaltung des Stadtquartiers ausarbeiten. Eine Fachjury kürt am Ende den besten Entwurf.

Informationsveranstaltung Pankower Tor, Freitag, 23. November, 18.30 bis 21 Uhr, Hoffnungskirche Pankow, Elsa-Brändström-Str. 33-36, 13189 Berlin. Bürgerbeteiligung startet zeitgleich online unter www.pankower-tor.de

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