Umfrage im Internet

Initiative will wissen: Wie gut sind Spielplätze in Pankow?

Um gesperrte Spielplätze wieder freizugeben, packen Familien in Pankow als Bauhelfer mit an. Jetzt gehen sie noch einen Schritt weiter.

Christoph Weyl, seine Tochter Carla und Anke Tiedt nehmen die Pankower Spielplätze in den Blick.

Christoph Weyl, seine Tochter Carla und Anke Tiedt nehmen die Pankower Spielplätze in den Blick.

Foto: Thomas Schubert

Berlin. Wenn die kleine Tochter einen Ort zum Spielen will, muss der Vater den Hammer schwingen. Bei der Sanierung von Spielplätzen in Pankow ist das seit diesem Sommer Realität. Es steht sogar in einem Vertrag. Christoph Weyl von der Initiative „Kiezinseln“ und Baustadtrat Vollrad Kuhn (Grüne) wollten auf dem völlig verfallenen Spielplatz an der Dusekestraße einen Modellfall schaffen und Eltern als Bauhelfer einsetzen, um die maroden Spielgeräte abzureißen. Die Unterschriften unter dem Vertrag sind gerade getrocknet, da setzt Weyl, der Vater einer dreijährigen Tochter, nach.

Seine Pankower Elterninitiative hat jetzt einen großen Fragebogen ausgearbeitet und will anhand der Antworten feststellen, wie es um die Spielplätze in Berlins kinderreichstem Bezirk tatsächlich steht. Auf der Internetseite von "Kiezinseln" dürfen Kinder und Eltern in getrennten Formularen ihre Einschätzungen abgeben. Während der Nachwuchs angeben soll, welche Spielplätze seine Favoriten sind und welches Gerät auf dem Traumspielplatz nicht fehlen darf, geht es bei den Erwachsenen auch um politische Fragen. Sie sollen zum Beispiel Stellung beziehen, ob eine einfache Ausstattung mit robusten Geräten wichtiger ist als der Bau von ausgefeilten, aber empfindlichen Themenspielplätzen. Außerdem wird abgefragt, in wiefern WLAN-Hotspots und Toiletten an den Freizeitorten aus Sicht der Eltern Sinn machen. „Die Meinungen und Ideen werden ein wichtiger Teil unseres Pankower Spielplatzkonzeptes. Wir sprechen gerade mit Experten der Berliner Hochschulen, um die abgefragten Bedürfnisse anschließend unter fachlicher Expertise zu konkretisieren“, verspricht Christoph Weyl.

So reich Pankow mit Spielplätzen gesegnet ist, so traurig erscheint der Sanierungsstau. Im Sommer 2018 waren nach Zählung des Senats auf 160 von 212 Spielplätzen einzelne Geräte unbenutzbar – oder die Anlagen als Ganzes galten als Sanierungsfall. 40 bis 50 Millionen Euro müsste man laut Bezirksamt in die Hand nehmen, um Abhilfe zu leisten. Mit dem bisherigen Budget wird sich der Zustand der Freizeitanlagen nur sehr langsam verbessern lassen. Mit Hilfe der Initiative "Kiezinseln" wird zumindest der Spielplatz an der Dusekestraße im kommenden Jahr so weit hergerichtet, dass ihn ein Kind gefahrlos besuchen kann.

Die Umfrage findet man online unter: kiezinseln.com

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.