Sport in Prenzlauer Berg

Doch noch Hoffnung für Spielfeld am Volkspark Friedrichshain

Ein Spielfeld der ältesten Anlage Berlins am Volkspark Friedrichshain könnte nun doch erhalten bleiben.

Katrin Harflinger und Eckard Klemp vom Verein City Beach Berlin kämpfen für ihr Spielfeld

Katrin Harflinger und Eckard Klemp vom Verein City Beach Berlin kämpfen für ihr Spielfeld

Foto: Thomas Schubert

Berlin. Schule oder Beachvolleyball – im Streit um die Spielfelder auf der Werneuchener Wiese schien eines das andere auszuschließen. Eckard Klemp und seine Kameraden vom Betreiberverein City Beach Berlin hatten von heute auf morgen die Kündigung für den 22 Jahre alten Pachtvertrag mit dem Bezirksamt hinnehmen müssen. Und der Grund wirkte dringlich: Es gibt Bedarf, im Südwesten von Prenzlauer Berg einen Schulstandort auszuweisen. Und die Planer fanden keine andere Stelle als die Sportanlage an der Ecke Kniprodestraße und Danziger Straße.

Doch jetzt schöpfen die Volleyballer neue Hoffnung. Denn das Bezirksamt wird die Idee, auf dem größten Teil des Grundstücks eine Schule in Containerbauweise zu errichten, tatsächlich noch einmal überdenken. Angesichts einer Petition mit über 1700 Unterschriften für den Erhalt der ältesten Beachvolleyball-Anlage Berlins und einer kritischen Anfrage in der Bezirksverordnetenversammlung will Stadtrat Kuhn noch einmal alle Möglichkeiten prüfen.

Grundstück für die Feuerwehr als Ausweichfläche im Gespräch

"Wir brauchen für den Schulneubau etwa 10.000 Quadratmeter. Das ist der größte Teil der Werneuchener Wiese. Für eine 6000 Quadratmeter große Freifläche im Nordwesten der Schule wird es jetzt weitere Abstimmungen geben“, versprach Kuhn auf Anfrage der SPD. Bei einem Treffen am 20. November werde man mit Bürgervereinen aus dem Bötzow-Viertel und mit den Beachvolleyballern über diese Freifläche sprechen. Auch einen anderen Teil der Wiese, der nicht dem Bezirk gehört, will Kuhn in die Planungen einbeziehen. Sie war bisher als Reservefläche für einen Feuerwehrstandort im Gespräch.

Dass die Sportler erst durch die Kündigung vom Flächenkonflikt erfuhren, bedauert der Stadtrat. Wegen drei großen Diskussionsrunden mit Fachabteilungen im Bezirksamt, die zu dem Projekt getagt hätten, sei die Entscheidung, den Sportlern zu kündigen, erst sehr spät nach außen gedrungen. Außerdem sei es schwierig gewesen, mit dem Verein in Kontakt zu treten. „Der alte Vorsitzende ist verstorben. Und uns war nur seine Telefonnummer bekannt“, erklärt Kuhn.

Öffentliches Spielfeld bleibt ohnehin erhalten

Mike Szidat, der für die SPD den Ausschuss für Stadtentwicklung leitet, verweist erneut darauf, dass die Bezirksverordnetenversammlung ursprünglich beschlossen hatte, die Freifläche als „Bürgerwiese“ zu entwickeln. Die zukünftige Nutzung des Areals sollte im Einvernehmen mit Anwohnern erarbeitet werden. Aber ausgerechnet die Beachvolleyballer als wichtigste Nutzer habe man bei der Zukunftsplanung vergessen. Zum Zeitpunkt des BVV-Beschlusses waren die Pläne, einen Schulstandort zu schaffen, allerdings noch nicht aktuell, hält Kuhn dagegen. Mit dem rasanten Bevölkerungswachstum in Pankow hat sich die Situation geändert.

Dass jetzt neue Verhandlungen anstehen, sieht Eckard Klemp, der Sprecher der Beachvolleyballer, mit Wohlwollen. Er sagt: „Wir sind kompromissbereit und wollen weiterhin eine Lösung finden, die alle Seiten akzeptieren können.“ Klemp verweist darauf, dass die 1996 eröffnete Anlage dem heutigen Trendsport maßgeblich zur Popularität verhalf. Hier trainierten Weltstars wie Maike Friedrichsen und Vincent Lange. Und für 14 Euro pro Stunde konnte jedermann Partien veranstalten.

Wie auch immer die Verhandlungen ausgehen mögen – der Beachvolleyball wird den Anwohnern des Volksparks Friedrichshain auch ohne die Flächen des Vereins City Beach Berlin erhalten bleiben. Fünfzig Meter weiter südlich im Park befindet sich noch ein großes öffentliches Feld, das in jedem Fall erhalten bleibt.

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