Stadtentwicklung in Pankow

Seit 140 Jahren in Weißensee: Die Stephanus-Stiftung baut an

Diakonie-Träger legt Grundstein für neue Zentrale an der Pistoriusstraße. 130 Arbeitsplätze werden ab Herbst 2019 hierhin verlegt.

Die beiden Geschäftsführer Torsten Silberbach (l.) und Harald Thiel wollen den neuen Hauptsitz der Stephanus-Stiftung kieznah gestalten

Die beiden Geschäftsführer Torsten Silberbach (l.) und Harald Thiel wollen den neuen Hauptsitz der Stephanus-Stiftung kieznah gestalten

Foto: Thomas Schubert

Berlin. Es soll niemand meinen, die Stephanus-Stiftung habe Scheu vor ernsten Themen. Direkt im früheren Pförtnerhaus des Industriegeländes an der Pistoriusstraße eröffnet die Stephanus-Stiftung ihr Hospiz für Kinder. Der Umgang mit dem Tod ist aber nur eines von vielen Aufgabenfeldern, denen sich 130 Mitarbeiter auf dem Gelände in Zukunft widmen werden. „Wir konzentrieren hier viele Abteilungen, die bislang in der Stadt verstreut waren, an einem Punkt“, kündigte am Montag der Projektverantwortliche Ole Roggel zur Grundsteinlegung der neuen Zentrale an.

Den Mittelpunkt den Ensembles bildet eine alte Fabrik aus den 1920er Jahren, in der der zu DDR-Zeiten ein volkseigener Elektrobetrieb zu Hause war. Zuletzt war hier eine Kampfsport-Schule heimisch, die dann in der Nachbarschaft einen neuen Sitz bezog. Der Backsteinbau wird jetzt komplett entkernt, Stück für Stück in ein modernes Bürogebäude verwandelt und durch Neubauten ergänzt. Durch das 3400 Quadratmeter große Areal zieht sich künftig ein markanter Korridor. Er soll „Stephanus-Weg“ heißen und eine Verbindung zu den schon vorhandenen Liegenschaften der Stiftung in der Albertinenstraße schaffen. Laut Ole Roggel werden die Bestandsbauten nach Fertigstellung der neuen Zentrale teilweise leergezogen. Dadurch entsteht dort Platz für neue soziale Angebote wie zum Beispiel eine Tagespflege für Kranke und Gebrechliche. Außerdem wird sich dank des Umzugs von Verwaltungsmitarbeitern eine Schule vergrößern können und einen neuen Hortbereich erhalten.

Neues Bistro soll regionale Küche auftischen

Wie viel Geld die Stephanus-Stiftung in ihren Traditionsstandort am Weißen See investiert, wird nicht verraten. Fest steht, dass man sich nach dem Ende der Bauarbeiten im Herbst 2019 stärker als bisher nach außen präsentieren will. Zum Beispiel dank des neuen Bistros. Hier werden Mitarbeiter und Anwohner miteinander ins Gespräch kommen, hofft Geschäftsführer Harald Thiel. Ein Name für das Lokal sei zwar noch nicht gefunden, aber die Küche dürfte regionale Lebensmittel zubereiten, die an den Außenstandorten der Stiftung im Berliner Umland geerntet werden.

In der Küche und am Tresen will Thiel Menschen mit Behinderungen einsetzen. „Das neue Zentrum wird ein Abbild unserer Stiftung“, gibt er einen Ausblick. Und auch Torsten Silberbach, der zweite Geschäftsführer, legt Wert darauf, dass sich der Diakonieträger als Arbeitgeber für 4000 Menschen in der Region nicht hinter den Backsteinmauern versteckt. Die Stiftung handle „im Namen der Nächstenliebe“ – und das sollen die Menschen in Weißensee auch merken.

Mit ihren Tochtergesellschaften bietet Stephanus soziale Dienste für Menschen im Alter an, schafft Wohn- und Arbeitsangebote für Behinderte oder psychisch Kranke und Hilft Kinder und Familien in schwierigen Lebenslagen. Auf der Agenda steht auch die Betreuung von Flüchtlingen. Die Angebote richten sich laut Stephanus an 10.000 Menschen an über 100 Standorten in Berlin und Brandenburg.

Mehr aus dem Bezirk Pankow lesen Sie hier.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.