Schwerlastverkehr

Lastwagen rumpeln Tag und Nacht über die Wackenbergstraße

Eine neue Bürgerinitiative fordert Maßnahmen gegen den Schwerlastverkehr auf der engen Zufahrt zum Gewerbegebiet in Niederschönhausen.

Da wackeln die Wände: Um die ansässigen Betriebe zu erreichen, bahnen sich Lastwagen ihren Weg durch die marode und schmale Wackenbergstraße.

Da wackeln die Wände: Um die ansässigen Betriebe zu erreichen, bahnen sich Lastwagen ihren Weg durch die marode und schmale Wackenbergstraße.

Foto: Thomas Schubert

Pankow. Eine Außenspiegel-Länge rechts, eine links – mehr Platz bleibt nicht zwischen den Kabinen der Lastwagen und den parkenden Lieferwagen. Ander Wackenbergstraße manövrieren Kraftfahrer im Fünfminutentakt ihre schwere Last durch eine der schmalsten und kaputtesten Straßen von Niederschönhausen.

Und das Poltern der Räder auf dem groben Kopfsteinpflaster bringt die Anwohner der Einfamilienhäuser um den Schlaf. Auch nachts und an Wochenenden lässt ein Abfallunternehmen namens Sisyphos schwere Lkw zum hiesigen Firmengelände rollen. Eine neue Bürgerinitiative um die Musik-Professorin Renate Faltin will sich damit nicht mehr abfinden und gegen die „verfehlte Ansiedlung von Lärm intensivem Gewerbe“ gleich neben einem Wohngebiet vorgehen.

Neues Gewerbe sollte die Wirtschaft im Kiez beleben

„Der Zustand der Straße wird sich bei dieser Belastung noch weiter verschlechtern“, befürchtet Faltin. Nur notdürftig wurden bisher die gröbsten Löcher im über einhundert Jahre alten Pflaster mit Asphalt verfüllt. Die Gehwege sind zum Teil komplett verfallen. Als Ursache für die Ansiedlung von Werkstätten, Abfall- und Transportgewerbe sieht die Initiative ein Konzept des Bezirksamts Pankow aus dem Jahre 2015.

Demnach sollte im westlichen Teil der Wackenbergstraße Gewerbe heimisch werden, um in diesem Teil von Niederschönhausen die Wirtschaft zu beleben. Eigentlich sollte die Gewerbefläche in einem Bebauungsplan festgehalten und vom Wohngebiet durch Pufferzonen deutlich abgegrenzt werden. Tatsächlich haben sich die Nutzungsarten nun so vermischt, dass es täglich zu Konflikten kommt. Wenn auf der Wackenbergstraße ein Bus der BVG-Linie 250 einem der Lastwagen entegenkommt, ist das Chaos perfekt.

Grüne fordern die Sanierung der Wackenbergstraße

Schon mehrfach protestierten die Anwohner, dass Werkstätten und Abfallunternehmen in geringer Entfernung von 15 bis 60 Metern von den angrenzenden Wohnhäusern heimisch wurden. Bei einer früheren Beschwerde entgegnete das Bezirksamt, die Wackenbergstraße sei uneingeschränkt dem Straßenverkehr gewidmet und dadurch für alle Fahrzeuge freigegeben.

Nun verweist das Bezirksamt aber darauf, dass ein Bebauungsplanverfahren in Arbeit ist, mit dem Ziel die Anwohner vor dem Verkehrslärm zu schützen. Auf Initiative der Grünen und deren Sprecherin Christiane Heydenreich werden sich die Pankower Bezirksverordneten außerdem mit zwei Anträgen befassen.

Zum einen soll das Bezirksamt die Sanierung der Wackenbergstraße einleiten, zum anderen ein Verkehrskonzept für Niederschönhausen entwickeln und umsetzen. Ob sich für diese Vorschläge eine Mehrheit findet und welche kurzfristigen Verbesserungen eingeleitet werden können, wird sich in Kürze im Verkehrsausschuss entscheiden.

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