Berlin

Pankow bekommt Berlins erstes queeres Jugendzentrum

Berlins landesweit erstes queeres Jugendzentrum wird in Prenzlauer Berg eröffnen. Der Senat stellt 175.000 Euro zur Verfügung.

Regenbogenfahne

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Foto: Wolfgang Kumm/ dpa

Berlins erstes landesweites queeres Jugendzentrum wird in Pankow eröffnen – an der Sonnenburger Straße in Prenzlauer Berg. Das Jugendnetzwerk Lambda Berlin-Brandenburg e. V. soll die Einrichtung betreiben. Nach Informationen der Berliner Morgenpost kommt Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) kommende Woche zum offiziellen Start in die Räume des „Lambda-Jugendhauses für junge Lesben, Schwule, Bi-, Trans* und Inter*“.

Der rot-rot-grüne Senat hatte im Februar das Konzept für ein solches Zentrum beschlossen. Im Doppelhaushalt 2018/2019 stehen dafür 175.000 Euro zur Verfügung „Das berlinweite Jugendzentrum soll Jugendlichen, die sich außerhalb der heterosexuellen und zweigeschlechtlichen Norm definieren, Schutz- und Freiräume bieten“, sagte Scheeres damals. „Viele von ihnen erleben Diskriminierung und Ablehnung.“ Die Selbstmordrate sei laut Studien viermal so hoch wie bei anderen Jugendlichen. Vor allem die Phase des Coming-outs sei für viele sehr belastend. „Deshalb ist es von großer Bedeutung, dass es Orte gibt, wo sie andere Jugendliche in ähnlichen Lebenssituationen treffen, gemeinsam Projekte und Ideen entwickeln und durch pädagogische Fachkräfte unterstützt werden“, so die Senatorin.

Ob das Jugendzentrum langfristig an dem Standort bleibt, ist ungewiss. Lambda hat auch in anderen Bezirken gefragt, um größere Räume zu finden. Tempelhof-Schöneberg hatte sich zur Unterstützung bereit erklärt, offenbar wurde man nicht fündig. Der queerpolitische Sprecher der Grünen im Abgeordnetenhaus, Sebastian Walter, begrüßte, dass das erste queere Zentrum für Berlin endlich eröffnet. Auf Anfrage sagte er: „Ich freue mich sehr darüber.“ Lambda mache seit Jahren sehr gute Arbeit.

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