Magen-Darm-Infekt

Dutzende Kinder erkrankt: Kita in Prenzlauer Berg dicht

Die Lebensmittelaufsicht sperrte die Küche der Kita. Die Eltern müssen die Betreuung nun kurzfristig selbst organisieren.

Kita-Kind (Archivbild)

Kita-Kind (Archivbild)

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Berlin.  Nachdem es über das letzte Wochenende 49 Meldungen von Magen-Darm-Erkrankungen in der Kita „Bambini Oase“ im Pankower Ortsteil Prenzlauer Berg gab, wurde die Kita mit über 200 Kindern nun kurzfristig geschlossen. Die Kitaleitung hatte sich am Dienstag zu dem Schritt entschlossen, nachdem sie selbst – aufgrund der vielen gemeldeten Erkrankungen – am Montag Gesundheitsamt und Lebensmittelaufsichtsamt in Pankow informiert hatte.

„Das Lebensmittelaufsichtsamt war heute in der ‚Bambini Oase‘ und hat mit sofortiger Wirkung unsere Küche gesperrt“, heißt es in einem Schreiben an die Eltern. Bis Freitag, den 31. August, wird die Kita im Bötzowviertel auf jeden Fall geschlossen bleiben. In der „Bambini Oase“ werden Kinder ganz verschiedenen Alters betreut, vom Kleinkind bis zum Vorschulkind. Die Kita verteilt sich an zwei nahe gelegenen Standorten über drei Häuser, ein blaues, ein rotes und ein gelbes. Alle Häuser sind vorläufig geschlossen.

Die betroffenen Kinder zeigten typische Symptome einer Magen-Darm-Erkrankung wie Erbrechen und Durchfall, allerdings unterschiedlich stark ausgeprägt. Einige Kinder fieberten. Unklar ist bislang, was die Erkrankungen auslöste. Gegen eine klassische Lebensmittelvergiftung spricht, dass die Kinder wohl nicht alle gleichzeitig krank wurden, sondern manche erst einen Tag später. Das würde auf einen Virus hindeuten. Letzten Endes kann die Antwort nur das Gesundheitsamt geben. Bezirksstadtrat Torsten Kühne (CDU), der im Bezirk Pankow für Gesundheit zuständig ist, war bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen. In der Kita werde selbst gekocht, man achte auf gute Biozutaten.

Die Eltern müssen Betreuung kurzfristig selbst organisieren

Schwierig ist die Situation im Moment auch für die Eltern, die nun kurzfristig ihren Nachwuchs selbst betreuen müssen. Für viele bedeutet das gezwungenermaßen Urlaub zu nehmen, um daheim zu bleiben und aufzupassen. Es ist keinerlei Ausweichbetreuung für die Familien organisiert worden, wohl auch, weil alle von dem Vorfall überrascht wurden. Nun hoffen die Eltern, dass die Kita zumindest kommende Woche wieder öffnet, selbst wenn die Küche dann noch gesperrt sein sollte. Es wird in der Elternschaft überlegt, dann für einige Tage einen auswärtigen Caterer hinzuzuziehen. Die Kitaleitung wollte sich zu solchen Ideen nicht äußern. „Wir sind mit den Hauptelternvertretern in engem Kontakt, versuchen, die Eltern aktuell zu informieren“, heißt es aus der Leitung. Man sei von den vielen Erkrankungen über das Wochenende völlig überrascht worden, habe davon erst Montag erfahren und gleich reagiert.

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