Grundschulen

Schulleiter klagen über weniger Geld für Schulbücher

Durch die Einführung der Lernmittelfreiheit für öffentliche Grundschulen soll die Zuzahlung von Eltern für Schulbücher wegfallen.

Ab nächstem Jahr werden vom Land 148 Euro pro Kind für Lehrmittel veranschlagt - für manche Schulen eine Steigerung, für manche eine Einbuße

Ab nächstem Jahr werden vom Land 148 Euro pro Kind für Lehrmittel veranschlagt - für manche Schulen eine Steigerung, für manche eine Einbuße

Foto: picture-alliance / dpa / dpa

Berlin. In einem Schreiben warnen Schulleiter aus Pankow vor Einbußen der Schulqualität, wenn ab nächstem Schuljahr die Lehr- und Lernmittelfreiheit für öffentliche Grundschulen eingeführt werde. Grundsätzlich habe man gegen diesen Schritt zwar nichts einzuwenden, heißt es in einem offenen Brief, der der Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) zugestellt wurde, aber „die geplante Umsetzung der Lernmittelbefreiung bedeutet eine massive Kürzung der Mittel.“ Gerade in Zeiten der Inklusion brauche es aber neue Schulbücher, Arbeitshefte und andere Lernmittel. Bislang mussten Eltern von Grundschulkindern, außer sie waren von der Lernmittelzuzahlung befreit, zu Beginn jedes Schuljahres bis zu 100 Euro für die Schulbücher ihrer Kinder bezahlen. Viele Schulen, gerade in bürgerlichen Vierteln der Stadt, arbeiteten mit diesem Höchstsatz von 100 Euro. Dazu kamen pro Kind noch weitere 73 Euro vom Land Berlin – in vielen Fällen verfügte man also über 173 Euro.

Ab nächstem Schuljahr soll diese Zuzahlung an öffentlichen Grundschulen nun für alle wegfallen. Dann werden allerdings vom Land nur noch 148 Euro pro Kind veranschlagt – für manche Schulen eine Einbuße. Für Schulen an Brennpunktstandorten, wo die meisten Kinder lernmittelbefreit sind, ist dies allerdings eine deutliche Steigerung. Hier setzte man bislang 98 Euro pro Kind an.

Inzwischen geht der Protest über die Schulleiter hinaus und hat die Politik erreicht. So sagt Marianne Burkert-Eulitz von den Grünen, man habe der Lernmittelfreiheit nur unter der Bedingung zugestimmt, dass die Qualität nicht darunter leide. Wichtig sei, „dass allen Schulen die gleichen finanziellen Mittel zur Verfügung stehen wie vor der Gesetzesänderung. Es darf keine Schlechterstellung geben.“ Auch der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Paul Fresdorf, betonte, es dürfe kein Schaden für die Schulen entstehen.

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