Essen in Prenzlauer Berg

Wo es in Prenzlauer Berg gutes Essen für unter 20 Euro gibt

Unsere Reporter sind in den Berliner Restaurants unterwegs. Einzige Bedingung: Das Essen darf nicht mehr als 20 Euro kosten.

Brandneuer Szene-Laden oder alteingesessene Institution, gediegene Traditionsküche oder schnelles Street Food: Die kulinarische Vielfalt ist in Berlin grenzenlos. Unsere Reporter sind in den Restaurants der Stadt unterwegs, testen Geschmack, Ambiente und Service. Einzige Bedingung: Das Menü darf nicht mehr als 20 Euro kosten. Guten Appetit!

Ushido: Hier wird der Grill auf japanische Art angeworfen

In dem japanischen BBQ-Restaurant Ushido wird ganzjährig gegrillt. Sämtliche Tische, auch die auf dem Bürgersteig, des im August 2015 eröffneten Restaurants sind in der Mitte mit einem Gasgrill bestückt. Der wird vom jungen, höflichen japanischen Servicemädchen angemacht und erklärt. Junge Familien, Pärchen und Grüppchen haben bereits am frühen Abend ihre Grillplätze eingenommen, reservieren ist ratsam. Ushido bedeutet "Der Weg des Rindes", und der ist genüsslich und gesund.

Das hier zelebrierte "Yakiniku", eben japanisches Barbecue, steht für einen ausgewogenen Mix an Fleisch, gekochtem und eingelegtem Gemüse, Salat und Reis. Alleine die Fleischauswahl (sieben bis 22 Euro) ist beeindruckend: Neben Schweinebauch und Huhn liegt der Fokus auf verschiedenen Wagyu- und US-Beef-Sorten, die roh an den Tisch kommen. Für einen kulinarischen Streifzug gibt es gemischte Platten ab zwei Personen (ab 26 Euro p.P.). Den Auftakt macht ein Schälchen mit hausgemachter Sojamarinade, Zitrone und grobem Salz. Dazu gibt es Stäbchen und eine lange pinzettenartige Zange, sozusagen als Rüstzeug fürs Auflegen, Wenden und Würzen.

Der als Beilage bestellte Sesamspinat ist süßlich und knackig, der "Really Spicy Miso"-Dip gleichermaßen scharf wie aromatisch. Weil der Grill am Rost nur eine Temperatur von 100 Grad hat, können die zarten Fleischstücke langsam und schonend zubereitet werden. Auch Gemüse (drei bis acht Euro), es gibt eine Auswahl von Champignons über Zucchini bis zu Kürbis, kann auf dem Grill landen oder wird im Rohzustand geknabbert.

Besucht im Juli 2016

Lychener Str. 18, Prenzlauer Berg, Mo.-Do. 18-23 Uhr, Fr. 18-24 Uhr, Sbd. 17-24 Uhr, So. 17-23 Uhr, Uhr, Tel. 55 24 24 48, www.ushido-bbq.com

Masel Topf: Kein Glück im "Masel Topf " mit arg kaltem Hummus

Der Name des Lokals vor der jüdischen Synagoge in der Rykestraße machte neugierig. "Masel Topf", die Betreiber scheinen Humor zu haben und schätzen offenbar Wortspiele. Im großen Schankraum stehen etwa 60 Sitzplätze zur Verfügung. Sehr gemütlich eingerichtet ist das "Masel Topf" mit rötlich-braun bezogenen Jahrhundertwende-Mobiliar, einer langen Bank an der rechten Wand, Zweierbis Sechsertischen.

Die junge Bedienung brachte rasch die Karte. Merkwürdig war, dass in dieser sehr belebten Gegend trotz günstigem Mittagessen nicht viele Gäste an den Tischen saßen. Israelisch-orientalisch lässt sich das kulinarische Angebot beschreiben, es gibt Gefillte Fisch, Mommes Flaischroulette und einen Jerusalem-Grillteller. Zum Einstieg kann aus einem guten Dutzend Vorspeisen wie Halloumi-Salat, panierter Blumenkohl mit Trüffel-Sesam-Soße, Hummus oder hausgebeiztem Lachs gewählt werden, um 6,50 Euro. Zwei Suppen stehen dauerhaft auf der Karte, die Wahl fiel auf die Hühnerbrühe mit Matzeknödeln, sechs Euro. Die Suppe kam heiß dampfend, kräftig im Geschmack, mit zwei golfballgroßen Knödeln aus dem ungesäuerten, knäckebrot-ähnlichen Gebäckteig zu Tisch.

Enttäuschend war allerdings die Hauptspeise. Auf der Karte las sich pikant marinierte, gegrillte Aubergine mit Basmatireis, Hummus und Granatapfelkernen sehr appetitanregend (10,50 Euro). Was kam, war trockener Reis ohne jede Soße, drei dünne Scheibchen Aubergine, eine davon bestand fast nur aus Haut. Der Hummus hatte Kühlschranktemperatur. Der Blick auf das nur halb verzehrte Gericht sorgte für keinerlei Fragen bei der Kellnerin. Schade eigentlich. "Masel Topf" hätte Besseres verdient.

Besucht im September 2017

Rykestaße 2, Prenzlauer Berg, Tel. 44 31 75 25, Mo - Sbd 11 - 24, So 10 - 24 Uhr, www.restaurant-maseltopf.de

Muse: Japanwich mit Miso-Mayo, Wakamealgen und Lachs

Es soll ja Leute geben, die regen sich darüber auf, dass in Restaurants die Amtssprache Englisch ist. So jemand sollte mal mittags in das Restaurant "Muse" im höher gelegenen Teil der Immanuelkirchstraße gehen. Was da an jungen Start-up-Menschen aus aller Welt auf der Gehwegterrasse und in den verschiedenen Schankräumen Platz nimmt, deckt vermutlich ein Drittel der in den Vereinten Nationen versammelten Länder ab.

Wer da nicht Englisch spricht, kann aber die deutsche Karte lesen. Die gibt es auch. Ab 17.30 Uhr bekommen die Gäste hier Welt-Essen: Tapas, Tagessuppe, indisches Chicken Masala oder asiatischen Nudelsalat, alles moderat gepreist. Mittags stehen überwiegend Sandwiches und Burger auf der Karte, die allerdings in enormer Variationsbreite mit jeweils einem halben Dutzend Auswahlmöglichkeiten. Dazu erklärte der sowohl spanisch-als auch deutsch- und englischsprachige Kellner geduldig, was beim Preis von acht Euro alles inkludiert ist. Da der Besuch auf einen Freitag fiel, blieben die zahlreichen Fleischspeisen erst mal außen vor. Die Wahl fiel auf ein Japanwich, ein Sandwich mit Wakamealgen, Miso-Mayonnaise und rosa gebratenen Lachsscheiben. Dazu konnte ein Salat bestellt werden oder wahlweise Süßkartoffelpommes und Pommes.

Vorab gab es eine hausgemachte grüne Limo, mit reichlich Apfelsaft und Minze, die einen Tick zu süß schmeckte. Dafür war die Mayonnaise im bleichen Brötchen einen Tick zu salzig. Und der Salat einen Tick zu wenig. Nach dem dezenten Hinweis brachte der Kellner noch ein Tässchen andalusische Fischsuppe zur Versöhnung, und die gelang bestens. Hätte man vorher wissen müssen, aber die stand nicht auf der Karte.

Besucht im September 2017

Immanuelkirchstraße 31, Prenzlauer Berg, Tel. 40 05 62 89, Mo. - Fr. 12 - 23, Sbd. 10.30 - 23, So. 10.30 - 16 Uhr, www.museberlin.com

Coffee Room: Der Rote-Bete-Auf­lauf hat schon sehr viel Biss

Auf halber Höhe der Saarbrücker Straße, die von der Greifswalder Allee hoch zum Wasserturmplatz führt, liegt der "Coffee Room". Entgegen dem höher gelegenen Kollwitzkiez sind hier gastronomische Betriebe rar. Deshalb stauen sich besonders um die Mittagszeit in dem 35-Sitzplätze-Lokal die Gäste vor der Theke, an der die Bestellung aufgeben wird.

Amtssprache ist hier zwar noch Deutsch, aber Englisch geht genauso gut und wird an fast jedem Tisch gesprochen. Die Einrichtung ist szenegemäß, freigelegter, roher Stuck, skandinavisch blaue Wände, Fotos in alten Rahmen, lange Tische, Vierertische, Zweiertische in Vollholz. Geboten wird gesundes, hausgemachtes Essen, auch viele selbst gebackene Kuchen und Torten, der Kaffee ist fair gehandelt. Zum Durststillen gibt es kostenlos Minz-gepepptes Wasser oder man bedient sich mit Biosäften und -limos aus dem Kühlschrank. Auch Alkoholisches steht im Regal, beispielsweise diverse Weiße und ein Rosé des Rheinhessischen Weinguts Beck Heidesheimer Hof, die allesamt den schönen Namen Unser tragen. An jedem Öffnungstag steht eine Handvoll Gerichte auf der Schiefertafel.

Ein Fleischgericht, immer 7,50 Euro, und vier vegetarische Speisen, 6,50 Euro. Bei Besuch war Schnitzeltag, das lag bei fast allen auf dem Teller, dazu gab es süße Backkartoffel. Der Rote-Bete-Kartoffel-Auflauf kam im ersten Anlauf nur lauwarm zu Tisch, die liebenswerte Kellnerin entschuldigte sich und brachte das Essen im zweiten Anlauf warm, aber nicht heiß. Manche mögen bei einem solchen Auflauf vielleicht viel Biss, aber in diesem Fall war das Gemüse doch noch sehr roh, 7,50 Euro mit gutem Salat. Beim nächsten Mal lieber Schnitzel.

Besucht im Juli 2017

Saarbrücker Straße 30, Prenzlauer Berg, Tel. 48 62 03 38, Mo. - Fr. 8 - 20, Sbd 10 - 18, www.coffeeroom.berlin

PAN: Ausgezeichnete moderne Küche von den Philippinen

Das Restaurant "PAN" wirkt von außen auf den ersten Blick etwas unscheinbar, lohnt aber auf jeden Fall einen Besuch. Allein wegen des asiatischen Frühstücks namens Tapsilog. Es beinhaltet für 7,90 Euro marinierte Rindfleischstreifen mit Spiegeleiern und gebratenem Jasminreis. Alternativ kann man süß-pikante Rinderhackspieße bestellen. Natürlich gibt es auch kiezgerechtes europäisches, orientalisches, amerikanisches und vegetarisches Frühstück. Auf jeden Fall sitzt man schön in einem zur Hälfte aufgeschnittenen Boot oder an normalen Tischen. Etwa 30 Sitzplätze sind vorhanden, bei gutem Wetter gibt es noch einmal so viele Plätze auf dem Bürgersteig.

Die Besitzer mit philippinischen Wurzeln bereiten modernisierte Philippino- Gerichte in einer kleinen, hinter dem Tresen liegenden Küche täglich frisch zu. Dazu gehören auch Snacks wie Empanada, gefüllte Teigtaschen, Sandwiches und Suppen. Hervorzuheben ist die Sinigang, deren fruchtig, leicht herbes Aroma durch Tamarinden und Tomaten entsteht. Dazu köcheln Zitronengras, grüne Papaya, Schalotten, Reisnudeln, Lauch und Chili in der Brühe. Ab 5,90 Euro kostet die große Portion, wahlweise mit Tofu, Hähnchen, Garnelen oder Rinderfiletstreifen, 7,90 Euro.

Beliebt bei der kiezüblichen Mischung aus jungen Kreativen ist der Mittagstisch, in der Regel zwei Gänge, für unter sieben Euro. Beim Besuch gab es eine ausgezeichnete, hausgemachte Sauer-Scharf-Suppe, als Hauptgang einen üppigen, saftig-zart gegrillten Hähnchenspieß auf Duftreis, dazu exotisches Gemüse wie philippisches Kang- Gong, im Geschmack an Brokkoli erinnernd. Auch die Hauptgerichte klangen interessant, etwa mit Chili, Palmzucker, Knoblauch und Limettensaft marinierte Rinderhackspieße für 11,90 Euro.

Besucht im März 2017

Marienburger Straße 38, Prenzlauer Berg,Tel. 89 39 22 17, täglich 10 - 23 Uhr, www.pan-restaurant.de

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