1. Mai in Berlin

Kurze Zusammenstöße bei AfD-Bürgerfest in Pankow

Nach Angaben der Polizei standen rund 50 Teilnehmern des Festes bis zu 500 Gegendemonstranten gegenüber.

Berlin. Eine Hüpfburg, ein Glücksrad und ein Wettbewerb im Stiefelweitwurf für die Kleinen. Bier und Grillfleisch für die Großen. Doch dabei blieb es am Montag beim „Bürgerfest“ der AfD im Bürgerpark Pankow nicht lange. Insgesamt hatten sich rund 600 linke Aktivisten eingefunden, um gegen die Rechtspopulisten zu demonstrieren. Gegen Mittag kam es kurzzeitig zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Nachdem immer wieder einzelne Demonstranten versucht hatten, auf das Gelände der AfD-Veranstaltung zu gelangen, erhöhte die Polizei die Zahl der Einsatzkräfte kurzfristig von 100 auf 300 Beamte. Die gesamte Veranstaltung wurde zunächst durch eine Menschenkette der Polizei, später dann durch Mannschaftswagen abgeriegelt.

Zwei Platzverweise und eine Festnahme

Am frühen Nachmittag beruhigte sich die Lage wieder. Insgesamt wurden zwei Platzverweise ausgesprochen. Zwei Männer hatten offenbar versucht, AfD-Symphatisanten mit Ketchup zu bespritzen. Bei zwei Demonstranten, die einen Durchbruchversuch unternommen hatten, handelt es sich um Frauen. Eine wurde vorübergehend festgenommen, die zweite gab ihr Vorhaben daraufhin auf. Den Rest des Tages beschränkten sich die lauten, mittlerweile aber wieder friedlichen Proteste auf Parolen wie „Nazis raus“ und „Haut ab“.

Als „albernes Theater“ bezeichnete AfD-Sprecher Ronald Gläser die Aktion der Linksaktivisten, bei der es mitunter sehr „ruppig“ zugegangen sei. Man habe nur friedlich feiern wollen und bewusst auf politische Ansprachen verzichtet.

Die letzte 1.-Mai-Demonstration mit Konfliktpotenzial war für den frühen Abend angekündigt. Am Hauptbahnhof hatte sich der Berliner Pegida-Ableger „Bärgida“ für seinen 122. Abendspaziergang verabredet. Seit fast zwei Jahren treffen sich die islamfeindlichen „Patrioten“ jeden Montag an selber Stelle. Das anfangs große Interesse ist inzwischen aber einer überschaubaren Zahl an Unterstützern gewichen.

Zum 1. Mai hatten sich bei Facebook elf Teilnehmer angekündigt. Statt wie sonst zum Brandenburger Tor zu marschieren, wollte sich „Bärgida“ zwar am Hauptbahnhof treffen, dann aber zum Savignyplatz fahren und von dort zum Wittenbergplatz laufen. Als Gegenveranstaltung hatte sich die Protestgruppe „Gegen Bärgida“ angemeldet. plet/lov/hhn