Rabiate Fußballfans

Rassismus, Prügel, Bierbank geworfen - Gewalt von Fans

In Prenzlauer Berg und in Moabit begingen rabiate Fußballfans mehrere Straftaten. Einige grölten rechtsextreme Lieder in der Tram M10.

Am Sonnabend kam es in Prenzlauer Berg und in Moabit sowohl vor als auch nach einem Fußballspiel zu Straftaten. Auf dem Weg zu der im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark stattfindenden Begegnung haben am späten Mittag bis zu 100 Gästefans gemeinsam eine Tram verlassen und wurden von Polizeibeamten in Richtung Stadion begleitet.

Unbekannte sollen dann in Höhe des Eingangs zum Mauerpark die Gästefans fotografiert haben, woraufhin es von den Fotografierten zu Unmutsäußerungen kam und sie versuchten zu den Unbekannten zu gelangen. Dies konnte durch die Einsatzkräfte verhindert werden, wobei es zu Widerstandshandlungen und einem Landfriedensbruch kam.

Aus einer etwa 60 Personen großen Gruppe der Gästefans wurde ein Verdächtiger nach einer Körperverletzung und einem Widerstand vorläufig festgenommen. Seine Begleiter versuchten daraufhin den Mann zu befreien. Unter dem Einsatz des Rettungsmehrzweckstocks sowie der Anwendung einfacher körperlicher Gewalt konnten Polizisten die Befreiung verhindern. An der Oderberger Ecke Eberswalder Straße konnten die rund 60 Gästefans angehalten und dann in den Innenhof des Polizeiabschnitts 15 in der Eberswalder Straße gebracht werden.

Sechs der festgehaltenen Personen konnte eine Beteiligung an dem Landfriedensbruch und den Widerstandshandlungen nachgewiesen werden. Nach Feststellung ihrer Personalien wurden die Festgehaltenen entlassen.

Fußballfans grölten rechtsextreme Lieder in der Tram M10

Kurz vor 14 Uhr erstatteten zwei Fahrgäste einer Tram der Linie M10, die in Richtung S- und U-Bahnhof Warschauer Straße unterwegs war, auf einem Polizeiabschnitt eine Anzeige wegen Volksverhetzung. Gegen 13.35 Uhr sollen circa 30 bis 40 Anhänger der Gästefußballmannschaft in dem Zug in Höhe der Haltestelle U-Bahnhof Bernauer Straße laut Lieder mit rechtsextremen und volksverhetzenden Inhalten gesungen haben. Nach Angaben der Zeugen sollen die Gästefans die Tram am Hauptbahnhof bestiegen haben.

Gegen 16.10 Uhr kam es kurzzeitig zu einer Vermischung der Heim- und Gästefans. Polizisten konnten Auseinandersetzungen zwischen beiden Lagern verhindern. Von einem Heimfan soll dann eine Bierbank in Richtung eines Gästefans geworfen worden sein. Offenbar wurde der Gastfan von der Bierbank nicht getroffen. Im Anschluss mussten Polizisten das Pfefferspray einsetzen und nahmen den mutmaßlichen Bierbankwerfer vorläufig fest.

Ein Steinwurf kurz darauf von einem Anhänger der Gästemannschaft in der Kastanienallee auf Polizisten verlief folgenlos. Anschließend nahmen Einsatzkräfte den Mann vorläufig fest.

Gästefan beschimpft Autofahrer als „Affen“ und wünscht „gute Fahrt nach Afrika“

In der Eberswalder Straße beobachteten Polizeibeamte einen Gästefan dabei, wie sich dieser gegen 16.50 Uhr vor ein wartendes Auto stellte und sich wie ein Affe bewegte. Gleichzeitig beschimpfte er den Autofahrer und seinen Beifahrer als Affen und wünschte ihnen eine „gute Fahrt nach Afrika“. Dann spuckte er gegen die geschlossene Scheibe der Beifahrertür. Der Verdächtige wurde nach der rassistischen Beleidigung vorläufig festgenommen und seine Personalien wurden festgestellt.

Am Europaplatz kam es zu einer Auseinandersetzung beider Fanlager, als die Gästefans auf die Abfahrt ihres Zuges warteten. Ein Unbekannter warf daraufhin eine Flasche auf die eingesetzten Polizeibeamten, die die Fans von einander trennten. Sechs Personen wurden nach dem Landfriedensbruch vorläufig festgenommen. Hierbei kam es zu Widerständen und einer versuchten Gefangenenbefreiung.

Bei dem Fußballspiel waren rund 400 Polizisten eingesetzt, von denen vier leicht verletzt wurden. Insgesamt gab es bei dem Einsatz 19 Freiheitsentziehungen. Alle Personen wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen entlassen. Es wurden Strafverfahren unter anderem wegen Körperverletzungsdelikten, Beleidigungen, Widerständen und Landfriedensbrüchen eingeleitet.