Prenzlauer Berg

So lief in der Nacht die Entschärfung der Weltkriegsbombe

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Erfolgreich: Die Spezialisten hinter der entschärften Fliegerbombe

Erfolgreich: Die Spezialisten hinter der entschärften Fliegerbombe

Foto: Steffen Pletl

In der Gotlandstraße war eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Tausende Anwohner mussten ihre Häuser verlassen.

Tausende Menschen haben am Freitag nach dem Fund einer Fliegerbombe in Berlin-Prenzlauer Berg vorübergehend ihre Häuser verlassen müssen. Die Polizei richtete am Freitagabend einen Sperrkreis von etwa 1000 Metern rund um den Andreas-Hofer-Platz ein, wie ein Sprecher sagte. Mehrere große Wohnkomplexe, Botschaften, ein Altenpflegeheim und eine Kleingartenanlage mussten evakuiert werden. Die Aktion dauerte bis in die Nacht.

+++ 13 Uhr +++ Bauarbeiter stoßen bei Arbeiten in der Gotlandstraße, Ecke Ibsenstraße in Prenzlauer Berg auf die Bombe. Spezialisten des Landeskriminalamtes werden hinzugezogen.

+++ 16.15 Uhr +++ Die Polizei richtet einen Sperrkreis von 1000 Metern ein und beginnt mit der Evakuierung mehrerer tausend Menschen. Der Sperrkreis wird begrenzt durch Bornholmer Straße, Mühlenstraße, Berliner Straße und Dolomitenstraße.

+++ 17.40 Uhr +++ Die Polizei informiert, dass es sich um eine russische Fliegerbombe von 100 Kilogramm Gewicht handelt.

+++ 18.00 Uhr +++ Die Evakuierung läuft. Eine Einsatzhundertschaft sorgt dafür, dass alle Menschen sich in Sicherheit bringen. Betroffen sind auch mehrere Botschaften, ein Altenheim, eine Kita und eine Kleingartenanlage.

Die rund 140 Bewohner des Altenpflegeheims wurden von der Feuerwehr und anderen Rettungsdiensten zunächst in eine andere Unterkunft gebracht. Dabei kamen auch BVG-Busse zum Einsatz.

++++ 20.09 Uhr +++ Die Polizei bringt eine sogenannte Lichtgiraffe zum Einsatzort, damit die Entschärfer genügend Licht haben.

+++ 20.50 Uhr +++ Berichten zufolge ist die Evakuierung noch nicht abgeschlossen. Erst dann kann mit der Entschärfung begonnen werden.

+++ 21.03 Uhr +++ Auch die Straßenbahnlinien M1, M13 und M50 sowie die U-Bahnlinie U2 führen durch den Sperrkreis. Deren Verkehr soll laut Polizei aber erst gestoppt werden, wenn Spezialisten die Bombe untersuchen. Der Sprengkörper kann nicht transportiert werden.

+++ 21:06 Uhr +++ Nach wie vor ist unklar, wie lange die Evakuierung noch dauern wird.

+++ 21.35 Uhr +++ Die Polizei versucht jetzt, weitere Einsatzkräfte für die Evakuierung zu bekommen und bittet die Bevölkerung um Geduld.

+++ 22.06 Uhr +++ Inzwischen wurden Notunterkünfte eingerichtet. Doch die in Weißensee ist bereits überfüllt. Die Polizei rät zu einem Ausweichquartier.

+++ 22.35 Uhr +++ Offenbar soll die Entschärfung gegen 23 Uhr oder später beginnen, berichtet der "Tagesspiegel" unter Berufung auf einen Polizeisprecher. Es seien viele Leute erst beim zweiten Besuch in ihren Wohnungen angetroffen worden. Man wolle absolut sicher sein, dass sich niemand mehr in dem betroffenen Gebiet aufhalte.

+++ 22.44 Uhr +++ Das letzte große Wohnhaus an der Ecke Dolomitenstraße und Maximilianstraße wird evakuiert. Danach soll die Entschärfung beginnen.

+++ 23.32 Uhr +++ Aktuell sind nach wie vor 140 Polizeibeamte im Einsatz. Bislang gibt es keine neuen Angaben, wann die Entschärfung beginnt.

+++ 23.50 Uhr +++ Noch immer müssen Anwohner aus dem Gefahrengebiet gebracht werden. Bevor nicht alle Personen in Sicherheit sind, kann die Entschärfung der Fliegerbombe nicht beginnen.

+++ 00.29 Uhr +++ Tram- und U-Bahn-Verkehr werden unterbrochen, weil die Entschärfung gleich beginnt.

+++ 00.34 Uhr +++ Die Polizei hat jetzt auch die Bornholmer Straße für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Auch alle Personen müssen die Straße verlassen.

+++ 00.49 Uhr +++ Die Evakuierung ist offiziell abgeschlossen. Die Entschärfer beginnen jetzt mit ihrer Arbeit.

+++ 01.45 Uhr +++ Die Bombe ist erfolgreich entschärft. Der Zünder wurde entfernt. Die Anwohner können demnächst wieder zurück in ihre Wohnungen.

+++ 01.58 Uhr +++ Ein Dankeschön der Polizei.

( hhn/alu/plet/jc/dpa )