Feuer in Flüchtlingsheim

NPD hängt "Deutschland uns Deutschen"-Plakate vor Heim auf

185 Flüchtlinge müssen nach dem Feuer ihre Unterkunft in Berlin-Buch verlassen. Die Polizei ermittelt, und die NPD provoziert.

Foto: Thomas Peise

185 Bewohner eines Flüchtlingsheims in Berlin-Buch müssen ihr Quartier verlassen, nachdem am frühen Montagmorgen ein Feuer ausgebrochen war. Die Polizei geht nach ersten Ermittlungen von Brandstiftung als Ursache aus. Am Abend sollten die Flüchtlinge aus der Unterkunft verlegt werden. Zeitgleich erschienen mehrere Anhänger der rechtsextremistischen Partei NPD vor dem Flüchtlingsheim und hängten Plakate auf - mit dem Slogan "Deutschland uns Deutschen".

Video: Brand in Flüchtlingsunterkunft

Die Polizei bestätigte am Abend, dass NPD-Plakate vor dem Flüchtlingsheim aufgehängt worden seien. Nach Informationen der Berliner Morgenpost waren mehrere NPD-Anhänger mit Plakaten erschienen und begannen, diese aufzuhängen. Während sie das zweite Plakat anbrachten, riss ein Bewohner der Flüchtlingsunterkunft das erste Plakate herunter. Daraufhin kam es zu einer Auseinandersetzung, die von einem Sicherheitsmitarbeiter der Unterkunft beruhigt werden konnte. Die NPD-Anhänger riefen die Polizei und erstatteten Anzeige wegen Sachbeschädigung gegen den Flüchtling. Dann zogen sie weiter, um noch an anderen Orten Plakate aufzuhängen.

Am Abend hielt ein weißer Bus vor der Flüchtlingsunterkunft und nahm erste Bewohner auf, um diese zu ihrem Ersatzquartier zu fahren. Das Gepäck und einige Einrichtungsgegenstände wurden auf einen Mercedes-Transporter geladen und hinterhergefahren.

Brand erfasste auch Wohnräume im ersten und zweiten Stock

Der Brand war am Morgen gegen 3.10 Uhr in einem der Häuser des Containerdorfs ausgebrochen. Das Feuer entstand im Haus eins, in dem 185 Menschen leben – in einem Raum im Erdgeschoss, in dem Kinderwagen abgestellt sind. Die Flammen breiteten sich nach Angaben der Feuerwehr auf Wohnräume im ersten und zweiten Obergeschoss aus. Mehrere Menschen erlitten Rauchgasvergiftungen und mussten ins Krankenhaus gebracht werden.