Giftteppich

Schadstoffbelastung unter Thälmann-Park breitet sich aus

Krebserregende Dämpfe und Stoffe wabern durchs Erdreich im Winsviertel in Prenzlauer Berg. Der Giftteppich hat sich unterhalb der Danziger Straße bis zur Marienburger Straße vorgearbeitet.

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Die Schadstoffbelastung unter dem Ernst-Thälmann-Park in Prenzlauer Berg hat sich in den vergangenen zwei Jahren ausgedehnt. Das geht aus der Antwort der Senatsverwaltung für Umwelt auf eine Anfrage des Piraten-Abgeordneten Philipp Magalski hervor.

Demnach habe sich der unterirdische Giftteppich unterhalb der Danziger Straße in südöstliche Richtung mittlerweile bis zur Marienburger Straße vorgearbeitet, während er 2012 nur bis zur Christburger Straße reichte.

Abriss einer Gasanlage

Hintergrund ist der wohl nicht ordnungsgemäß erfolgte Abriss einer Gasanlage, die dort mehr als 100 Jahre lang stand und 1981 der Wohnsiedlung wich. Der Kontaminierung des Grundwassers und des Bodens wurde bereits in den 90er-Jahren durch Bodensanierungen entgegengewirkt, nachdem Anwohner über Gesundheitsbeschwerden klagten.

Der verseuchte Boden wurde ausgehoben und durch Reinigungsanlagen das Grundwasser so weit gefiltert, dass die Schadstoff-Konzentration für die Anwohner kein Gesundheitsrisiko mehr darstellte. Vor allem die Rückstände des krebserregenden BTEX (Benzol) hätten sich seit 2004 nicht vermehrt, wie aus der Antwort auf eine 2012 gestellte Anfrage des Grünen-Abgeordneten Andreas Otto hervorging.

Sicherungsbrunnen filtern Wasser

Der Giftteppich weite sich zwar weiter aus, allerdings nicht in Grundwasser- und Bodennähe, heißt es nun. Trotzdem wurde 2013 aufgrund eines Gutachtens, das eine Schadstoffbelastung nahelegt, ein Spielplatz im Thälmann-Park gesperrt. „Wenn ich dem Senat glauben darf, so besteht aber aktuell keine Gesundheitsgefahr“, so Magalski. Maßnahmen wurden bereits ergriffen. Wie aus der Antwort des Senats hervorgeht, stellte dieser in der ersten Jahreshälfte drei Sicherungsbrunnen zur Wasserfilterung in der Danziger Straße auf. Magalski ist zuversichtlich, hat aber trotzdem weitere wissenschaftliche Prüfungen in Auftrag gegeben. „Die Menschen sind ja verunsichert.“