Ortstermin

CDU-Chef Merz diskutiert in der Neuköllner Gropiusstadt

| Lesedauer: 3 Minuten
Nicole Dolif und Beatrix Fricke
Der CDU-Bundesvorsitzende Friedrich Merz unterstützt den Berliner Spitzenkandidaten Kai Wegner (r.) im Wahlkampf. Dafür reist er auch in die Neuköllner Gropiusstadt.

Der CDU-Bundesvorsitzende Friedrich Merz unterstützt den Berliner Spitzenkandidaten Kai Wegner (r.) im Wahlkampf. Dafür reist er auch in die Neuköllner Gropiusstadt.

Foto: Maurizio Gambarini/Funke Foto Services

Mit „kleine Paschas“ für Schüler mit Migrationshintergrund hat CDU-Chef Merz sich unbeliebt gemacht. Nun kommt er zum Ortstermin.

Berlin. "Kleine Paschas“ nannte der CDU-Bundesvorsitzende Friedrich Merz nach den Silvesterkrawallen Schüler mit Migrationshintergrund in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“. Dafür hagelte es reichlich Kritik. Nun wagt Merz sich für den Wahlkampf selbst an einen Ort, an dem die Ausschreitungen besonders heftig waren: die Neuköllner Gropiusstadt.

Unter anderem dort eskalierte in der Silvesternacht die Gewalt. Am U-Bahnhof Wutzkyallee griffen junge Männer, etliche von ihnen vermummt, mit Böllern einen einen Döner-Imbiss an. Zwei Mitarbeiter und ein Polizist wurden dabei zum Teil schwer verletzt, mehrere Scheiben gingen zu Bruch und es entstand ein hoher Sachschaden. Auch an anderen Orten in Neukölln und anderen Bezirken gab es heftige Ausschreitungen. Rettungskräfte wurden in einen Hinterhalt gelockt, Fahrzeuge angegriffen und geplündert.

Nach aktuellem Ermittlungsstand der Polizei gab es in dieser Nacht berlinweit 126 Strafanzeigen, davon 77 von der Polizei und 49 von der Feuerwehr . 81 Strafanzeigen gab es wegen Einsatz von Pyrotechnik, 15 Strafanzeigen wegen Einsatz von Waffen, 30 Strafanzeigen wegen Beschädigung und Zerstörung. Von 44 tatverdächtigen Personen hätten 16 die deutsche Staatsangehörigkeit, zehn eine doppelte Staatsangehörigkeit, 18 sind keine deutschen Staatsbürger. Die große Mehrheit der Tatverdächtigen (43) ist männlich und unter 25 Jahren. 19 Personen sind noch minderjährig, 13 Personen zwischen 18 und 25 Jahren. Die aktuelle Statistik werde allerdings weiter aktualisiert, so dass sich die Anzahl der Strafanzeigen und Tatverdächtigen noch ändern könne, so die Polizei Berlin.

Mit den Bürgern ins Gespräch kommen

Was getan werden müsse, um solche Ausschreitungen künftig zu verhindern, darüber will Merz am 27. Januar um 17.30 Uhr im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt mit dem Neuköllner Sozialstadtrat Falko Liecke, dem CDU-Abgeordneten Christopher Förster und der stellvertretenden Vorsitzenden des CDU-Ortsverbands Neukölln, Nimet Avci, sprechen. Um Integration soll es gehen und auch um die Stärkung der Polizei. Moderiert wird die Runde von Joe Chialo aus dem CDU-Bundesvorstand. „Wir wollen bei dieser Veranstaltung mit möglichst vielen Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen“, sagte Liecke. Jeder sei willkommen, man müsse sich lediglich unter info@cdu-neukoelln.de anmelden. Dann sei es auch möglich Fragen zu stellen und zu diskutieren. „Es passen 450 Menschen in den Saal und es wäre schön, wenn wir die Hütte richtig voll bekommen“, so Liecke. „Schon jetzt ist die Anmeldelage gut.“

Auch auf Konflikte sei man vorbereitet. „Es ist natürlich Polizei vor Ort und auch ein Sicherheitsdienst“, sagte Liecke, „außerdem gibt es am Eingang Kontrollen, und Rucksäcke müssen abgegeben werden.“ Merz will durch seinen Auftritt in der Gropiussstadt den Wahlkampf für die Wiederholungswahl am 12. Februar unterstützen. Die CDU habe alle Chancen, einen Wechsel im derzeit rot-grün-rot regierten Berlin herbeizuführen, so Merz. Ziel sei, dass der CDU-Spitzenkandiat Kai Wegner der nächste Regierende Bürgermeister „dieser wunderschönen Stadt“ werde, so der Bundesvorsitzende bei einem gemeinsamen Termin mit Wegner im Konrad-Adenauer-Haus.

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