Frust in Neukölln

TÜV macht das Eisstadion dicht

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Victoria Atanasov
Weil das Eisstadion Neukölln weiterhin geschlossen ist, kann die ungewöhnliche Eiskunstschule keine Kurse anbieten.

Weil das Eisstadion Neukölln weiterhin geschlossen ist, kann die ungewöhnliche Eiskunstschule keine Kurse anbieten.

Foto: Die ungewöhnliche Eiskunstschule

Das weihnachtliche Schlittschuhfahren im Eisstadion Neukölln fällt dieses Jahr aus. Der TÜV hat Mängel an der Anlage festgestellt.

Berlin.  „Es ist schade, dass die Leute nicht Eislaufen gehen können”, sagt Dirk Beyer aus der ungewöhnlichen Eiskunstschule. Denn eigentlich sollten Eiskunstbegeisterte ab 1. Dezember auf den zwei Schlittschuhbahnen im Eisstadion Neukölln die Kufen schwingen können.

Aber es kam anders: Die Eishalle bleibt dieses Jahr geschlossen. Grund sind technische Mängel, die der TÜV Rheinland festgestellt hat. Alle fünf Jahre prüft dieser die Kälteanlage, damit das Stadion in Betrieb genommen werden kann – oder eben auch nicht, wenn die Schäden gravierend sind.

Verdichter und Kühlwasserpumpen sind defekt

Auf Anfrage der Morgenpost heißt es, zwei der drei Verdichter des Eisstadions Neukölln sind defekt. Diese seien für die Herstellung des Eises enorm wichtig. „Ohne Verdichter keine Kühlung und damit keine Eisbereitung”, sagte Pressesprecherin Bärbel Ruben. Zudem sei eine der beiden Kühlwasserpumpen defekt.

Wie Kulturstadträtin Karin Korte (SPD) bedauert auch Beyer, dass Besucherinnen und Besucher in der Adventszeit nicht in den Genuss des Stadions kommen. Denn Weihnachtszeit ist Kernzeit für Schlittschuhläufer. Besonders im Eisstadion Neukölln, wo man unter freiem Himmel Bahnen ziehen kann.

300 Anmeldungen bei der Eiskunstschule

Beyer gibt dort seit 37 Jahren Unterricht für den Eiskunstlauf. Er betont, wie wichtig die Halle nicht nur für die körperliche, sondern auch die soziale Gesundheit ist, weil Ausgehmöglichkeiten im Winter beschränkt seien.

Das zeigt sich auch an der Beliebtheit: „Der Bedarf ist dreimal so viel wie wir machen und wir sind ausgebucht”, so Bayer. Da der Saisonstart vom Oktober wegen Energiesparmaßnahmen bereits verlegt worden war, leide die Schule nun unter einem Ertragsverlust von 50 Prozent. „Wir müssen jetzt 300 Leuten, die sich für das Eisstadion Neukölln angemeldet haben, für den Dezember absagen.“ Auch Vereine müssten nun zusammenrücken.

Wer trotzdem Eiskunstlaufen möchte, muss sich nun ab Dezember auf den Weg ins Stadion nach Lankwitz, Wedding oder Wilmersdorf begeben.