Sicherheit

Pförtner im Rathaus Neukölln angegriffen

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Victoria Atanasov
Ein gebrochenes Glas. Die Brille des Pförtners wurde durch den Schlag ins Gesicht demoliert.

Ein gebrochenes Glas. Die Brille des Pförtners wurde durch den Schlag ins Gesicht demoliert.

Foto: imago stock&people / Christian Ditsch

Am Montag griff ein Besucher im Rathaus Neukölln den Pförtner an. Der Mann wollte Zugang zu den Räumen der AfD-Fraktion.

Berlin.  Im Rathaus Neukölln hat es am frühen Montagmorgen einen Angriff auf den Pförtner gegeben. Ein Mann bewegte sich zielstrebig auf die Pförtnerloge in der Eingangshalle des Rathauses zu und wurde aggressiv, nachdem ihm wiederholt der Zugang zu den Räumen der AfD verwehrt wurde. Daraufhin schlug er dem Pförtner ins Gesicht, wobei die Brille demoliert und das Auge verletzt wurde.

Der Täter war bereits am vorangegangenen Freitag im Rathaus aufgetaucht und wollte zur AfD-Fraktion, ohne einen Grund für den Besuch zu nennen. Er wurde aus dem Haus gebeten, verließ es aber erst nach mehrmaliger Anweisung. Bei seinem zweiten Besuch bezichtigte er schließlich den Pförtner, er würde die AfD decken und griff ihn anschließend an. Danach floh er aus dem Gebäude, bevor die Polizei eintraf.

Der Pförtner beendete daraufhin seinen Dienst, er wurde leicht verletzt.

Sicherheitsdienst wird ab morgen eingesetzt

Durch den Vorfall rückt die Frage nach fehlender Sicherheit im Rathaus in den Fokus: Einen Wachdienst gibt es bis heute nicht. Das soll sich ab Dienstag ändern, denn das Bezirksamt hat beschlossen, sofort einen Sicherheitsdienst zu installieren. Dieser soll mindestens bis Februar eingesetzt werden, da es bis zur Wahlwiederholung zu noch mehr Kundenbesuchen im Rathaus komme, so der Pressesprecher des Bezirksamtes, Christian Berg.

„Wir haben um die 700 Leute im Rathaus”, erklärt Berg. Deshalb sei weiterhin langfristig geplant, die Abteile im Haus, in denen Kundendienste angeboten werden, abzutrennen.

Dass es bisher keinen Sicherheitsdienst gegeben hat, wird mit dem fehlenden Bedarf begründet. Zwar gäbe es immer wieder aufgebrachte und “rumschreiende” Leute im Rathaus, “Deeskalation ist tägliches Brot”, so Berg, aber zu Gewalttaten kam es bisher nicht.

Letzter Vorfall 2016: Messerangriff im Rathaus

Bis auf einen Vorfall im Jahr 2016: Eine obdachlose Person griff einen Mitarbeiter und den Wachtmeister im Rathaus Neukölln mit einem Messer an. Die Tat fand in der Abteilung Soziale Wohnhilfe statt, die später aus dem Rathaus in den jetzigen Standort in der Donaustraße verlegt wurde. Zur Sicherheit wurde dort ein Security-Check eingerichtet, der von den Besucher*innen zuerst durchlaufen werden muss. Für das Rathaus war damit die Notwendigkeit wieder gewährleistet.

Die Grünen fordern Doppelbesetzung

Christian Hoffmann, Mitglied der Grünen-Fraktion Neukölln, postete zuerst über den Fall und forderte eine doppelte Besetzung des Personals: „Sicherheitsdienst ist nicht verkehrt. Wir wollen als Fraktion aber auch, dass immer zwei Leute da sind“, erklärt er. „Die Besetzung mit zwei Mitarbeiter*innen bietet den Tätigen etwas mehr Sicherheit und Beistand in solchen Situationen. Da müssen wir ran”, heißt es auf seinem Facebook-Account. Dies gilt auch für die Nachtschicht, bei der sich bis 8 Uhr morgens nur ein Pförtner im Haus befindet.

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