Verkehr in Berlin

Bolt-Pilotprojekt in Neukölln geht in Regelbetrieb

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E-Scooter von Bolt

E-Scooter von Bolt

Foto: pa

Der E-Scooter-Dienst Bolt will Gewerbegebiete dauerhaft in sein Geschäftsgebiet aufnehmen – und so Autos ersetzen.

Ein Anfang Juni gestartetes Modellprojekt des Sharing-Anbieters Bolt im Bezirk Neukölln soll in einen dauerhaften Betrieb überführt werden. Das teilten das estländische Unternehmen und der Bezirk am Freitag mit. Demnach werde das Projekt nach der erfolgreichen Testphase verlängert. Das Angebot soll zudem weiter ausgebaut werden, hieß es.

Während des Projekts waren die Neuköllner Gewerbegebiete und damit der Neuköllner Süden in das Bolt-Geschäftsgebiet aufgenommen worden. Rund 400 E-Scooter und E-Fahrräder hätten dafür zur Verfügung gestanden, so die Mitteilung. Die Arbeitnehmer an den Gewerbestandorten sollten so besser an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden sein – und so auch öfter auf die Anfahrt mit dem eigenen Auto verzichten.

Das neue Angebot wurde offenbar gut angenommen. Zahlen nannten die Projektpartner in ihrer Mitteilung allerdings nicht. Damit noch mehr Beschäftigte künftig auf das eigene Fahrzeug verzichten, sollen Unternehmen künftig weiter durch den Mobilitätsdienstleister Bolt beraten werden, wie sie die Angebote der Verkehrswende noch besser nutzen können.

Bezirksbürgermeister: Das Modellprojekt hat gezeigt, dass bei richtigem Einsatz die Verkehrswende gelingen kann

Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) zeigte sich am Freitag erfreut über den weiteren Ausbau des Bolt-Projektes: „Wenn die Mitarbeitenden für die ,letzte Meile’ zum Arbeitsplatz einen E-Scooter leihen können, dann tun sie es auch – und steigen auf umweltfreundliche Lösungen um. Das Modellprojekt hat gezeigt, dass bei richtigem Einsatz die Verkehrswende gelingen kann. Umso wichtiger ist es, dass der Senat den ÖPNV noch attraktiver und bezahlbar gestaltet“, sagte Hikel. Der SPD-Politiker hatte sich eigenen Worten zufolge zuvor dafür eingesetzt, die Außenbereiche seines Bezirks besser anzubinden. So sollte vor allen Dingen die sogenannte „letzte Meile“ – also der Weg zum Beispiel zwischen S-Bahnhof und dem eigentlichen Ziel niederschwelliger mit Elektromobilität zurückgelegt werden können. Projektpartner in Neukölln sei neben Bolt auch das Unternehmensnetzwerk Südring gewesen.

Von Bolt hieß es, die Flotte im neuen Geschäftsgebiet solle erweitert und dauerhaft etabliert werden. Bolt zählt wie Tier, Volt, aber auch WeShare, Miles oder Uber zu den Sharing-Diensten in Berlin. Diese Angebote breiten sich in der Stadt seit Jahren rasant aus. Vor allem über auf Gehwegen stehende E-Scooter ist der Ärger vielerorts groß. Der Senat hatte auch deshalb zuletzt angekündigt, Sharing-Anbieter stärker regulieren zu wollen. Unter anderem soll es Vorgaben für die Verteilung der Fahrzeuge am Straßenrand gebe, auch eine Sondernutzungsgebühr sollen die Anbieter künftig entrichten müssen.

( ba )