Neukölln/Kreuzberg

Karstadt am Hermannplatz: Geisel stellt Bebauungsplan auf

| Lesedauer: 2 Minuten
So soll der Karstadt am Hermannplatz nach dem Umbau aussehen.

So soll der Karstadt am Hermannplatz nach dem Umbau aussehen.

Foto: SIGNA/CHIPPERFRIELD

Der Umbau des Kaufhauses am Hermannplatz wird konkret: Bausenator Geisel hat nun die rechtlichen Weichen gestellt.

Berlin. Bausenator Andreas Geisel (SPD) treibt den Umbau des Karstadt-Warenhauses am Hermannplatz weiter voran. Nun sei das Verfahren zur Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans eingeleitet worden, wie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen am Montag mitteilte.

Lesen Sie auch:

Geisel schrieb dazu: „Wir kommen endlich vom Planen ins Handeln. Die jahrelange Diskussion über die Zukunft des Kaufhausstandorts tritt jetzt in ihre rechtsverbindliche Phase ein. Das ist für alle Beteiligten ein wichtiger Schritt. Ich wünsche mir am Hermannplatz ein Kaufhaus für die Menschen im Kiez – mit berlinweiter Ausstrahlung. Gleichzeitig müssen wir uns Gedanken über die weitere Entwicklung des Hermannplatzes machen.“

Das Vorhaben sei aufgrund seiner Komplexität und Größe, der verkehrs- und stadträumlichen Lage an der Bezirksgrenze zwischen Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln sowie wegen seiner Funktion als Einzelhandelsstandort mit überbezirklicher Anziehungskraft von gesamtstädtischer Bedeutung. Die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit soll zeitnah stattfinden.

Karstadt am Hermannplatz: Fassaden in Anlehnung an den historischen Vorgängerbau von 1929

Neben dem Warenhaus sollen im Zuge einer baulichen Nachverdichtung weitere Nutzungen wie Büros, Gastronomie, zusätzlicher Wohnraum und gemeinwohlorientierte Nutzungen angesiedelt werden. Das Bebauungskonzept sieht eine Neugestaltung der Fassaden in Anlehnung an den historischen Vorgängerbau von 1929 unter Erhaltung des vorhandenen Rohbaus vor.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen wolle nun im Rahmen eines Masterplanverfahrens– parallel zum Bebauungsplanverfahren – die räumlichen und infrastrukturellen Maßnahmen zur Qualifizierung des Hermannplatzes ausarbeiten. Dies geschehe gemeinsam mit den Bezirken Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg sowie mit der Wirtschaftsverwaltung und der Verkehrsverwaltung.

Karstadt-Umbau in Neukölln: Mehrfache Ablehnung durch Baustadtrat und Bezirk

Der Plan von Signa ist es, Karstadt am Hermannplatz in seiner im ursprünglichen Zwanzigerjahre-Design umzugestalten – mit Dachgarten und Obergeschossen aus Holz. Dadurch soll das Bauwerk klimaverträglicher sein. Außerdem sollen 3000 bis 5000 Quadratmeter für bezahlbaren Wohnraum freigegeben werden. 3600 Quadratmeter sind zur gemeinwohlorientierten Nutzung vorgesehen. Katalin Gennburg von den Linken beschreibt die Bereitstellung für Wohnraum und Gemeinwohl als strategisches Mittel großer Investoren, um Baupläne bewilligt zu bekommen.

Das Projekt hatte in der Vergangenheit für viele Diskussionen gesorgt. Der Kreuzberger Baustadtrat Florian Schmidt hatte den Karstadt-Umbau mehrfach abgelehnt. Geisels Ankündigung, den Umbau voranzutreiben, hatte bei den Koalitionspartnern von Grünen und Linken für eher unterkühlte Reaktionen gesorgt.

( BM )