Fußballer gegen Rassismus

Neuköllner Linke schlägt Antonio Rüdiger für Ehrennadel vor

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Antonio Rüdiger nach dem Gewinn der Champions League. Nun soll der Fußballprofi die Ehrennadel des Bezirks Neukölln erhalten.

Antonio Rüdiger nach dem Gewinn der Champions League. Nun soll der Fußballprofi die Ehrennadel des Bezirks Neukölln erhalten.

Foto: PIERRE-PHILIPPE MARCOU / AFP

Die Linke Neukölln schlägt den Fußballnationalspieler Antonio Rüdiger für die Neuköllner Ehrennadel vor.

Berlin.  Wenn Ende des Jahres die höchsten Auszeichnungen des Bezirks Neukölln vergeben werden, soll nach dem Willen der Linkspartei in Neukölln der Fußballspieler Antonio Rüdiger berücksichtigt werden. Für seine Verdienste im Kampf gegen Rassismus solle der 28 Jahre alte Nationalspieler die Ehrennadel des Bezirks erhalten, in dem er geboren wurde und in dem er aufwuchs, fordert die Partei in einer Mitteilung.

„Antonio Rüdiger ist ein Vorbild aus Neukölln und für Neukölln: Sein Einsatz gegen Rassismus verdient Respekt und Anerkennung“, so Moritz Wittler, Kandidat für die Linke zum Berliner Abgeordnetenhaus. Wer in der Weißen Siedlung oder der High-Deck-Siedlung aufwachse, lerne leider Armut und Vorurteile kennen. „Auf diese gesellschaftliche Missstände aufmerksam zu machen, ist Antonio Rüdigers Verdienst“, so Wittler.

„Antonio Rüdiger gehört zu den härtesten Verteidigern der Menschenrechte“

Viele Menschen wüssten, dass Antonio Rüdiger zu den besten Verteidigern seiner Generation zähle, so Ruben Lehnert, Sprecher des Bezirksverbands. Doch: „Was bislang zu wenige wissen: Er gehört auch zu den härtesten Verteidigern der Menschenrechte“, so Lehnert. Niemand dürfe aufgrund seiner Hautfarbe, Herkunft oder Religion benachteiligt werden. Und darum solle der Bezirk Rüdigers Engagement mit der Neuköllner Ehrennadel auszeichnen.

Über den Sportler: Antonio Rüdiger gewann am vergangenen Samstag mit dem FC Chelsea die Champions League. Er gehört zum Kader der deutschen Nationalmannschaft für die Europameisterschaft. Aufgewachsen ist er in einer Großsiedlung in Nord-Neukölln.

Antonio Rüdiger veröffentlichte autobiografischen Beitrag auf der Internetseite The Players Tribune

Zwei Tage vor dem wichtigsten Spiel im europäischen Vereinsfußball veröffentlichte er den Text „This Article Will Not Solve Racism in Football“, einen autobiografischen Beitrag auf der Plattform "The Player’s Tribune". Der Fußballer erzählt in dem Artikel von seiner Kindheit und Jugend in Neukölln, über das Schicksal seiner vor dem Bürgerkrieg in Sierra Leone geflohenen Familie und von seinen Erfahrungen mit Armut und Rassismus.

Die Neuköllner Ehrennadel wird seit dem Jahr 1984 verliehen. Insgesamt wurden bereits 176 Bürgerinnen und Bürger für ihr ehrenamtliches Engagement für den Bezirk geehrt, darunter die mehrfache Olympiasiegerin Britta Steffen und der Musiker Frank Zander.