Neuköllner Kunstpreis

Drei Künstler erhalten den Neuköllner Kunstpreis

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Berliner Morgenpost
Kulturstadträtin Karin Korte (SPD) (zweite von links) verleiht den Neuköllner Kunstpreis an (v. links) Hyunho Park, Valerie Schmidt (dritte v. links) und Arno Bojak (rechts). 

Kulturstadträtin Karin Korte (SPD) (zweite von links) verleiht den Neuköllner Kunstpreis an (v. links) Hyunho Park, Valerie Schmidt (dritte v. links) und Arno Bojak (rechts). 

Foto: Nihad Nino Pušija

Kulturstadträtin Karin Korte (SPD) übergibt in der Galerie im Saalbau Preise an die Sieger des Neuköllner Kunstpreises.

Kulturstadträtin Karin Korte (SPD) hat kürzlich drei Künstlern den Neuköllner Kunstpreis verliehen: Den ersten Preis in Höhe von 3.000 Euro erhielt Hyunho Park für das Werk „Time Crystals: Neun Räume“, den zweiten Preis (2.000 Euro) erhielt Arno Bojak für „Sommerloch“ und der dritte Preis in Höhe von 1.000 Euro ging an Valerie Schmidt mit dem Werk „Claus stolpert“.

Es hatten sich über 170 Künstler beworben und acht waren für den Kunstpreis nominiert

Mehr als 170 Künstler, die in Neukölln leben oder arbeiten, haben sich dieses Jahr beworben. Acht von ihnen hat eine fünfköpfige Fachjury für den mit insgesamt 6.000 Euro dotierten Kunstpreis nominiert: Arno Bojak, Elisa Duca, Elke Graalfs, Birgit Hölmer, Hyunho Park, Valerie Schmidt, Peter Strickmann und Evgenija Wassilew.

In einer Gruppenausstellung stellt die Galerie im Saalbau die Arbeiten der Nominierten vor. Die Ausstellung läuft bis zum 27. Juni und soll für das Publikum geöffnet werden, sobald die Inzidenzlage dies erlaubt.

Hyunho Park: Videoinstallation „Time Crystals“ erzeuge erweiterbare Raumlandschaften

Die Jury begründet ihre Auswahl wie folgt: Hyunho Park konstruiere in seiner Videoinstallation „Time Crystals“ abstrakte Bildräume. Dabei betrete er selbst den jeweiligen Raum und kreiere mit Hilfe von schwarzen Streifen komplexe, lineare Bildkompositionen. In seiner performativen, rhythmischen Aneignung des Raumes entstehen dabei sich fortsetzende Raumlandschaften.

Die mehrkanalige Installation folge einem offenen Raster gleichgroßer Flatscreens, das unendlich erweiterbar scheine. Mit überzeugender Leichtigkeit spanne Park mit seiner Arbeit einen Bogen vom Konstruktivismus über die Frühphase der Videokunst bis hin zu digitalen 3D-Landschaften.

Arno Bojak: „Sommerloch“ als setzt sich mit malerischen Traditionen auseinander

„Sommerloch“ von Arno Bojak zeige eine alltägliche Situation mit schaukelnden Figuren. Einem barocken Deckengemälde ähnlich erzeuge es eine Dynamik, in der die gesamte Bildkomposition in einem Strudel aufgesogen werde.

Bojak nutze eine komplexe malerische Technik, in der er verschiedene Farbschichten übereinander lege, um aus ihnen anschließend das Bildmotiv in feinen Umrisslinien freizulegen. Die Jury würdige seine handwerkliche Finesse und seine ironische Auseinandersetzung mit malerischen Traditionen.

Valerie Schmidt: Fotografische Serie „Claus stolpert“ als Studie über das Fallen

Valerie Schmidts fotografische Serie „Claus stolpert“ sei eine Studie über das Fallen. Ihr Protagonist „falle“ durch die Stadt. In jedem Bild gefriere der Moment des Fallens, der mal tänzerisch, mal skulptural anmute. Die Jury überzeuge die Spannung zwischen Slapstick und Poesie sowie das Einfangen des wiederholten, existenziellen Scheiterns.

Info: Der Jury gehörten an: Kathrin Becker, Dorothee Bienert, Frederik Foert, Lisa Premke und Thorsten Schlenger. Nora Zender leitete die Jury. Der Neuköllner Kunstpreis ist eine Kooperation des Fachbereichs Kultur mit dem Kulturnetzwerk Neukölln e.V. die Stadt und Land Wohnbauten-Gesellschaft mbH unterstützt das Projekt.