Straßenumbenennung

Wissmannstraße soll nach Lucy Lameck benannt werden

Die Wissmannstraße in Neukölln soll nach Lucy Lameck benannt werden. Dafür hat der Bildungsausschuss gestimmt.

Die Wissmannstraße soll umbenannt werden, über den neuen Namen wurde lange diskutiert. Wahrscheinlich wird es Lucy Lameck sein.

Die Wissmannstraße soll umbenannt werden, über den neuen Namen wurde lange diskutiert. Wahrscheinlich wird es Lucy Lameck sein.

Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE Foto Services

Berlin. Lucy Lameck soll künftig auf dem Straßenschild der Neuköllner Wissmannstraße stehen, wenn es nach dem Votum des Bildungsausschusses geht. Die bereits beschlossene Umbenennung der Straße rückt damit immer näher. Zuletzt wurde mehrere Monate lang ein neuer Name gesucht, der den umstrittenen Kolonialoffizier Hermann von Wissmann als Namensgeber ersetzen soll. Die Fraktionen von SPD, Grüne und Linke haben sich im Bildungsausschuss mit zehn zu vier Stimmen gemeinsam für den Vorschlag Lucy Lameck ausgesprochen.

CDU sieht „unzureichende Beteiligung“ der Bewohner

AfD und CDU stimmten gegen den Vorschlag. Wer war Lucy Lameck (1934-1993)? Sie war nach Angaben des Neuköllner Bezirksamtes die erste Frau im tansanischen Regierungskabinett. Unter anderem war sie stellvertretende Ministerin für Kommunalentwicklung und Gesundheit und setzte sich für die Verbesserung der Position von Frauen ein. Die Beschlussempfehlung für Lucy Lameck geht nun am 25. November in die Bezirksverordnetenversammlung. Wahrscheinlich wird sie dann beschlossen. Die CDU-Fraktion begründet ihre Ablehnung mit einer „unzureichenden Beteiligung“ der Bewohner in der Umbenennungsprozedur.

Für die Namensfindung war eine Jury zusammengestellt worden. Bis Ende Juli wurden mehr als 400 Vorschläge eingereicht, von denen drei Namen von der Jury ausgewählt wurden. Die Jury bestand aus drei Bewohnern der Wissmannstraße, dem Leiter des Museums Neukölln, Udo Gößwald, dem Kulturwissenschaftler Bernd Kessinger, Mnyaka Sururu Mboro vom Verein „Berlin Postkolonial“ und Anette Heit aus der Werkstatt der Kulturen. Wissenschaftlich geprüft wurden alle Namensvorschläge von Andreas Eckert, Direktor des Instituts für Asien- und Afrikawissenschaften der Berliner Humboldt-Universität.

SPD: Aufarbeitung der Kolonialzeit wichtig für die Stärkung der Demokratie

Der stellvertretende Vorsitzende des Integrationsausschusses, Bijan Atashgahi, findet es gut, mit der Wissmannstraße die erste Straße im Bezirk umbenennen zu können. „Endlich weichen Kolonialisten auf den Straßenschildern ehrenwerten Persönlichkeiten“, so der SPD-Verordnete.

Der Name Wissmann stehe für Gewaltherrschaft und Unterdrückung durch deutsche Kolonialisten. Die Aufarbeitung der deutschen Geschichte der Kolonialzeit und der in ihr verübten Verbrechen sei ein wichtiger Baustein zur Stärkung der Demokratie in Deutschland, erklärte die SPD-Fraktion in einer Mitteilung.