Pandemie

„Feierabendfunk“: Podcast aus dem Corona-Hotspot Neukölln

Neu aus Neukölln: Mitarbeiter des Gesundheitsamtes sprechen über die Corona-Lage im Bezirk und den Alltag der Kontaktnachverfolgung.

Der Podcast "Feierabendfunk" ist frei verfügbar im Internet zu finden.

Der Podcast "Feierabendfunk" ist frei verfügbar im Internet zu finden.

Foto: Sibylle Haberstumpf (Screenshot) / Sibylle Haberstumpf

Gespräche aus dem Hotspot, Infos und Unterhaltung: Ein Podcast aus Neukölln soll die Corona-Lage im Bezirk auf den Punkt bringen. Mit dem „Feierabendfunk“ geht das Neuköllner Gesundheitsamt ab sofort auf Sendung, produziert mindestens einmal pro Woche eine Episode.

„Ungeschönt, ungefärbt und ohne Vorgabe“, sagt Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU) über das Projekt. Technisch sicherlich nicht „mit allem Schnickschnack“, sondern eher einfach gehalten – aber eben authentisch und direkt von der Front. Zwei Folgen gibt es schon.

Die Idee, mit einem Podcast „über die Pandemie und darüber hinaus“ zu berichten, hatten zwei seiner Mitarbeiter im Gesundheitsamt: Dr. Christine Wagner und Serkan Cetinkaya. Sie sind die Macher des Podcasts. „Hallo, das ist der völlig inoffizielle-offizielle Feierabendfunk aus Neukölln!“, heißt es zur Begrüßung in Folge eins. Und: „Wir befinden uns hier im Epizentrum des Corona-Wahnsinns.“

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Bundesweit in den Schlagzeilen: Die Bilder aus Neukölln

Episode eins trägt den Titel „Typisch Neukölln“. Kurz zum Inhalt: Christine und Serkan erklären, was Kontaktpersonen sind, wer in Quarantäne muss und was eine neue Allgemeinverfügung für das Gesundheitsamt bedeutet. Fest steht: Der Bezirk ist schon seit Monaten in den Schlagzeilen. Bilder aus Neukölln zeigten fast alle überregionalen Medien – der „Multikultibezirk“ ist ziemlich in Verruf geraten. Hier ist die Zahl der Neuinfektionen besonders hoch, die Coronatest-Warteschlangen vor manchen Arztpraxen besonders lang und die illegalen Partys im Park besonders laut.

Der Gesundheitsstadtrat gibt Interviews wie am Fließband, ist im Radio, in der „Tagesschau“ oder den „Tagesthemen“ präsent. Falko Liecke nutzt schon seit Beginn der Pandemie auch die sozialen Medien, um die Maßnahmen des Bezirks und die Arbeitsweise des Gesundheitsamtes zu erklären.

Die neue Podcast-Idee seiner Mitarbeiter findet er super. Die Überlegung war, „wie wir die Bevölkerung gut erreichen können“, meint Liecke. Den beiden Podcastern lässt er völlig freie Hand bei der Gestaltung. „Ich lasse mich überraschen. Vielleicht habe ich mal einen kleinen Gastauftritt.“

„Die Zahlen explodieren, die E-Mails auch“

Ein bisschen Humor soll auf jeden Fall nicht fehlen, wenn der Podcast aus dem Alltag der Kontaktnachverfolgung berichtet, wenn es um die Corona-Hotline und um andere Bereiche des Pandemiestabes geht. Und um den Stress. „Die Zahlen explodieren, die E-Mails auch. Ich habe schon ein bisschen ein Flackern am Augenlid“, sagt die junge Ärztin Christine Wagner in Folge zwei ins Mikro; ehrlich, aber trotzdem gut gelaunt. In der Folge gibt es auch Tipps, wie jeder „zum Pandemiehelden“ werden kann.

Und, lustig: Serkan Cetinkaya erzählt von einem disziplinierten, älteren deutschen Ehepaar. „Die haben mich am Telefon ganz höflich gefragt, wann denn eigentlich ihre Quarantäne abgelaufen sei, sie hätten das Gefühl, die dauere schon so lange.“ Als Cetinkaya in der Suchmaske ihren Namen eingab, stellte er fest: „Hui, schon seit drei Tagen vorbei!“ Leider hatten die Rentner keinen Quarantäne-Bescheid bekommen. Für die Auskunft bedankten sie sich übrigens noch herzlich. Manch anderer bleibt nicht so höflich am Telefon.

Die Podcast-Folgen dauern um die zehn Minuten. Man kann sie online finden und anhören unter: https://gesundheitsamtneukoelln.podigee.io/