Gesundheit

Beim kalten Knieguss das Ausatmen nicht vergessen

Im Britzer Garten steht ein dreiteiliger Kneipp-Wasserparcours. Dieses Angebot in dem Neuköllner Park ist deutschlandweit einzigartig.

Eiskalt: Magda Schmidt gehörte zu den ersten Besuchern, die die Kneipp-Station „Kalter Knieguss“ im Britzer Garten ausprobierten.

Eiskalt: Magda Schmidt gehörte zu den ersten Besuchern, die die Kneipp-Station „Kalter Knieguss“ im Britzer Garten ausprobierten.

Foto: DAVIDS/Sven Darmer

Berlin. Nur die Harten kommen in den Garten. Und für den Britzer Garten in Neukölln gilt dieser Spruch am Freitagmorgen ganz besonders. 14 Grad Celsius, grauer Himmel und ein kühler Wind – da muss man schon ganz schön abgehärtet sein, um sich dem „Kalten Knieguss“ zu unterziehen. Oder? „Nein, es ist herrlich!“, ruft die sportliche Magda Schmidt, 70, die fast täglich in der gepflegten Grünanlage Sport treibt. Vor allem „kneippt“ sie gerne. Und das geht im Britzer Garten jetzt besonders gut. Drei aufwendig gestaltete Kneipp-Stationen für insgesamt mehr als 100.000 Euro sind hier mittlerweile entstanden, am Freitag wurde mit der Gießanlage „Kalter Knieguss“ die letzte eröffnet. Damit ist der Wasser-Gesundheitsparcours des Parks nun vollständig; gestaltet wurde er nach der bekannten Gesundheitslehre des Pfarrers Sebastian Kneipp und in enger Zusammenarbeit mit dem Kneipp-Verein Berlin. Alle Parkbesucher können nun die barrierefreien Armtauchbecken, die Wassertretstelle und den Knieguss nutzen. Letzterer hat insgesamt 35.000 Euro gekostet, 20.000 Euro davon übernimmt die Wohnungsbaufirma Degewo als Kooperationspartner des Britzer Gartens, der von Grün Berlin betrieben wird. „Mit diesem Parcours ist der Britzer Garten einzigartig in Deutschland; jedenfalls ist mir kein anderer Park bekannt, der ein solches Kneipp-Angebot hat. Das gibt es sonst nur in Kneipp-Kurorten“, sagte Gudrun Beckmann, Vorsitzende des Kneipp-Vereins. Wirken könne etwa der Knieguss, regelmäßig angewendet, gegen Arthrose und Knieschmerzen – und nachts im Sommer bei Hitzeanfällen. Aber auch gegen Migräne. Die Kneipp-Therapeutin Beckmann, die jedes Jahr rund 100 Kneipp-Erzieher für Kindergärten ausbildet, erklärte die Anwendung fachkundig anhand eines Freiwilligen. „Wer ist mein erstes Opfer?“, fragte sie augenzwinkernd – und ließ den kalten Wasserstrahl über die nackten Füße, Unter- und Oberschenkel von Parkmitarbeiter Jordan Breitenreiter quellen, der dabei ein wenig das Gesicht verzog. „Bei kaltem Wasser gilt immer: rechts unten am Zeh anfangen – herzentfernt“, erklärte Beckmann. Und, ganz wichtig, so ihre Anweisung: „Immer ausatmen, wenn der Wasserstrahl auf die warme Haut trifft. Und dann langsam und ruhig weiteratmen. Bloß nicht die Luft anhalten und die Schultern hochziehen.“ Per Knopfdruck kommt das kalte Wasser aus der neuen Edelstahlsäule, einer Sonderanfertigung, aus einem Schlauch. Übrigens: Den kalten Knieguss „nie mit kalten Füßen machen“, so Beckmann, sondern immer nur auf dem warmen Körper anwenden.

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