Club-Sterben

40.000 Unterschriften für die Rettung der Griessmühle

Der Neuköllner Techno-Club steht vor Aus. Fast 40.000 Unterstützer haben nun eine Petition unterschrieben.

Die Griessmühle befindet sich in einer ehemaligen Nudelfabrik in Neukölln.

Die Griessmühle befindet sich in einer ehemaligen Nudelfabrik in Neukölln.

Foto: Griessmühle

Berlin. Der international bekannte Techno-Club Griessmühle steht, wie berichtet, kurz vor der Schließung. Das Grundstück wurde an einen Großinvestor verkauft, der möchte es nun verkaufen.

Doch Unterstützer und Betreiber des Clubs geben nicht auf. Und haben eine Petition zum Erhalt der Griessmühle gestartet. Unterschieben haben diese Petition innerhalb von rund einer Woche bereits fast 40.000 Menschen.

In den Kommentaren auf der Webseite change.org zur Rettung der Griessmühle schreibt beispielsweise ein User namens Paul Sonius: „Seelenlose Neubauten haben wir genug ... Ein Fleck von echter Kultur und starken Emotionen sollte respektiert werden und unantastbar sein!“

Und die Nutzerin Aliena Lieben schreibt: „Die Grießmühle, mein Ort des Friedens in einer immer schnelleren und komplizierteren Welt ist. Ein Ort an dem man sein kann, ohne Sexismus und Diskriminierung. Mein Zufluchtsort. Bitte verschwinde nicht, Mühle!“

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Griessmühle vor Schließung: Kundgebung vor dem Rathaus Neukölln geplant

Um den Hilferuf aus der digitalen in die analoge Welt zu bringen, bereiten die Club-Betreiber eine Kundgebung vor dem Rathaus Neukölln vor. Stattfinden soll die am Mittwochnachmittag ab 15.30 Uhr, kurz bevor im Rathaus die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) stattfindet.

Zu den Rednern gehören unter anderem Lutz Leichsenring von der Clubcommission, der Betreiber der Griessmühle, David Ciura, sowie Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) und sein Stellvertreter Falko Liecke (CDU). Die Fraktionen der Neuköllner Grünen, CDU und SPD bringen zudem einen Entschließungsantrag zur Rettung der Griessmühle in die BVV ein.

CDU fordert Alternativstandort für Griessmühle

Und auch auf Landesebene findet der Kulturstandort Griessmühle Unterstützung. In einem Dringlichkeitsantrag fordert die CDU das Abgeordnetenhaus auf, einen Alternativstandort für den Club zu finden.

Florian Kluckert, kulturpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, sagt hingegen: „Eine vom Senat geforderte neue Fläche kann den Charakter und Flair des alten Standortes nicht ersetzen.“ Und greift den Neuköllner Baustadtrat Jochen Biedermann (Grüne) scharf an; dieser sei der „Sargnagel der Griessmühle“, so Kluckert, „da dessen Baugenehmigung für das Grundstück zwar Bürohäuser und Lofts vorsieht, eine kulturelle Verankerung der Griessmühle aber versäumt wurde.