Schadensbilanz

Nach Rohrbruch: Schaden an Akten überschaubar

Im Neuköllner Jugendamt und im Archiv des Standesamtes wurden Akten durch einen Rohrbruch zerstört. Nun gibt es eine erste Schadensbilanz.

Im Dienstgebäude Blaschkoallee gab es im Sommer einen Wasserrohrbruch. In den Räumen des Neuköllner Jugendamtes und im Archiv des Standesamtes stand das Wasser fast kniehoch.

Im Dienstgebäude Blaschkoallee gab es im Sommer einen Wasserrohrbruch. In den Räumen des Neuköllner Jugendamtes und im Archiv des Standesamtes stand das Wasser fast kniehoch.

Foto: Bezirksamt Neukölln

Berlin. Im Sommer 2019 brach im Dienstgebäude des Neuköllner Bürgeramtes an der Blaschkoallee ein Wasserrohr. Rund 180.000 Liter sprudelten in das etwa 120 Jahre alte Gebäude. Knietief stand das Wasser im Keller des Hauses. Schätzungsweise 10.000 Akten waren beschädigt worden. Nun gibt es ein erstes Fazit zu der Schwere der Schäden an den Akten, die hier unter anderem vom Jugend-, Bau- und Standesamt gelagert wurden.

„Die Akten sind zwar beschädigt, aber wohl noch zu gebrauchen“, so die Einschätzung eines Sprechers des Bezirksamts. Zuvor waren die beschädigten Akten in Leipzig in einer Buchrestauration gefriergetrocknet worden.

Kurz vor Weihnachten wurden die Akten – 250 Umzugskartons voll – dann von Leipzig zurück nach Berlin geschickt. Gesichtet wurden sie allerdings noch nicht, da sie nun in einem Gebäude stehen, das noch renoviert wird.

Rathaus widerspricht Pressebericht

Die „B.Z.“ berichtete zuvor, dass 80 Kartons „randvoll mit Aktenordnern, Familienbücher und historischen Unterlagen“ im Zuge des Wasserrohrbruchs vernichtet worden sein sollen. Diesem Bericht widerspricht das Rathaus Neukölln jedoch vehement: Die Kartons seien leer gewesen. Sie standen wohl lediglich im Keller, weil viele der hier gelagerten Akten bereits so alt waren, dass sie ins Landesarchiv gebracht werden sollten.

Bereits im Sommer teilte Neuköllns Jugendstadtrat Falko Liecke (CDU) mit, dass es sich wohl vor allem um alte Akten handele, „Jahrgänge von 1956 und früher“. Indes gibt es aus dem Jugendamt eine gute Nachricht: Auch aus dieser Abteilung waren Akten vom Wasserrohrbruch in Mitleidenschaft gezogen worden. „Aber alle Akten wurden zuvor bereits vollständig digitalisiert“, so ein Sprecher. Das Jugendamt verzeichnet demnach keine Verluste.

Neben der Aktenrettung musste auch das Gebäude nach dem Rohrbruch saniert werden. Die Renovierungskosten belaufen sich auf rund 150.000 Euro.