Neubau

Bezug des Chorzentrums verzögert sich - Kosten steigen

In Neukölln sollte 2020 das Deutsche Chorzentrum einziehen, doch der Termin verschiebt sich um ein Jahr. Auch die Baukosten steigen.

Bisher wird am Deutschen Chorzentrum an der Karl-Marx-Straße in Neukölln noch fleißig gebaut - länger als geplant.

Bisher wird am Deutschen Chorzentrum an der Karl-Marx-Straße in Neukölln noch fleißig gebaut - länger als geplant.

Foto: Nina Kugler

Berlin. Erneut verzögert sich die Fertigstellung eines Prestigeprojekts in Berlin. Diesmal handelt es sich um das Deutsche Chorzentrum an der Karl-Marx-Straße in Neukölln. Nachdem bereits 2018 die Bauarbeiten auf 2019 verschoben wurden, muss nun der Einzug der bundesweiten Verwaltungen der deutschen Chor‐ und Vokalmusikszene verschoben werden. Ursprünglich sollte der renovierte Bau 2020 bezogen werden, doch nun wird das Jahr 2021 als Einzugsdatum genannt.

„Im Vergleich zu den ursprünglichen Planungen haben wir für den Bau inzwischen gänzlich neue Anforderungen“, erklärt Veronika Petzold, Geschäftsführerin des Deutschen Chorverbands. Und weiter: „Dazu zählen Denkmalschutzauflagen, neue Anforderungen aus der geltenden Energieeinsparverordnung, Arbeitsschutzbestimmungen, grundlegende Veränderungen in der Gebäudetechnik, Brandschutz‐ und Sicherheitsanforderungen für die Kita, eine verbesserte Ausstattung der Veranstaltungsräume und moderne Klimatechnik.“

Haus wird seit 2019 grundlegend saniert

Seit Frühjahr 2019 wird das ehemalige Mietshaus neben dem Heimathafen Neukölln – es stand fünf Jahre leer – von Grund auf saniert und zum neuen Zentrum ausgebaut. Es soll zu einem Ort des Austauschs und der Vernetzung für die deutsche Chor- und Vokalmusikszene werden. Neben dem Deutschen Chorverband wird in das neue Haus der Chorverband Berlin mit den Büros der hauptamtlich tätigen Mitarbeiter, seiner Bibliothek und einem Musikarchiv miteinziehen.

Auch die „Neue Musikzeitung“ wird im Deutschen Chorzentrum ihr Hauptstadtbüro ansiedeln, ebenso wie der Landesmusikrat Berlin. Und: In der musikalischen Kita im Haus werden bis zu 70 Kinder einen Platz finden.

Chorzentrum in Neukölln: Baukosten steigen

Mit den neuen Anforderungen steigen gleichzeitig auch die Baukosten. Waren zu Baubeginn vor knapp einem Jahr noch von sieben Millionen Euro die Rede, ist mittlerweile mit dem Doppelten zu rechnen. Nach jetzigem Stand wird der Umbau voraussichtlich rund 14 Millionen Euro kosten – darin ist aber der Kaufpreis des Gebäudes von 2,6 Millionen Euro bereits enthalten.

Ende 2019 beschloss der Bundestag daher eine zusätzliche Förderung in Höhe von 5,9 Millionen Euro. „Ich freue mich sehr über diese große Unterstützung zur Stärkung des Chorwesens“, sagte Christian Wulff, Präsident des Deutschen Chorverbands, damals.

Finanzierung des Baus kostet rund 14 Millionen Euro

Der Deutsche Chorverband finanziert den Bau unter anderem aus Eigenmitteln in Höhe von einer Millionen Euro. Die stammt aus dem 2007 erfolgten Verkauf seiner Immobilie in Köln im Zuge des Umzugs nach Berlin. Der Gesamtetat für Ausbau und Ausstattung setzt sich aus den Förderungen des Bundestages in Höhe von 7,2 Millionen Euro sowie aus Mitteln der Lotto‐Stiftung Berlin und der Berliner Kita‐Bauförderung von insgesamt 2,9 Millionen Euro zusammen.

Zusätzlich wurden Darlehen in Höhe von 3,1 Millionen aufgenommen, die in den kommenden Jahren aus den Mieteinnahmen zurückgezahlt werden. Die Mietverträge haben Laufzeiten von bis zu 25 Jahren – und gewährleisten so eine langfristige Sicherung aller beteiligten Einrichtungen und Institutionen.