Pläne fürs neue Jahr

Das ändert sich 2020 in Neukölln und Treptow-Köpenick

In Neukölln ist 2020 einiges los: Fahrradstraße, BVV, Neubauten – wir geben einen Überblick über die fünf größten Neuerungen.

2020 wird sich in Neukölln einiges verändern.

2020 wird sich in Neukölln einiges verändern.

Foto: Pa / picture alliance / Arco Images

Berlin. Lang geplante Bauprojekte sollen angegangen, der Stau in der Bezirksverordnetenversammlung aufgelöst und Berlins längste Fahrradstraße gebaut werden: In Neukölln soll 2020 einiges passieren. Wir geben einen Überblick über die fünf größten Neuerungen im Bezirk.

Baustart Estrel-Tower: Immer wieder hatten sich in der Vergangenheit die Bauarbeiten am sogenannten Estrel Tower verzögert. Unter anderem, weil direkt vor der Haustür des Hotels die Autobahn A100 neu gebaut wird – und sich auch hier die Bauarbeiten unerwartet in die Länge zogen. Doch nun steht – nach einigen Verzögerungen – wohl der Termin für den Baubeginn fest. Im Frühjahr 2020 soll es losgehen, sagte Miranda Meier, Pressesprecherin des Hotels, der Berliner Morgenpost Ende Oktober. Voraussichtlich Ende 2024 oder Anfang 2025 soll der Estrel Tower dann stehen. Auf 46 Etagen sollen dann gut 800 Hotel-Betten Übernachtungsgästen Schlafmöglichkeiten bieten. Umgesetzt werden zudem weitere Veranstaltungsflächen und ein Bürogebäude. Über die Baukosten schweigt sich das Hotel indes aus.

Quartiersmanagement verstetigt: Ende 2020 laufen in Neukölln die Förderungen für die Quartiersmanagementgebiete (QM-Gebiete) aus. Als Folge werden drei der elf QM-Gebiete verstetigt, und zwar die Quartiere Gropiusstadt, Schillerpromenade und Körnerpark. Außerdem werden die QM-Gebiete Richardplatz Süd und Ganghofer Straße zum neuen QM-Gebiet Rixdorf zusammengelegt. Zudem soll Neukölln ab 2021 drei neue QM-Gebiete erhalten. Dazu zählt neben dem Quartier an der Harzer Straße (Treptower Straße Nord und Hertzbergplatz) und der Glasower Straße (mit Silbersteinstraße und Buschkrugallee Nord bis zum Kanal) auch die Gropiusstadt Nord, mit einigen Überschneidungen zum bisherigen QM-Gebiet Gropiusstadt.

Längste Fahrradstraße Berlins: Verkehrswende, Klimaschutz, Ausbau der Fahrradwege – auch Neukölln werden diese Themen 2020 bewegen und begleiten. Die Weserstraße, die stellenweise bereits Fahrradstraße ist, wird voraussichtlich zur längsten Fahrradstraße in Berlin ausgebaut. Beginn der Planungen, vielleicht sogar der Bauarbeiten, soll 2020 sein. Das teilte nun ein Rathaussprecher auf Anfrage mit.

Neue Geschäftsordnung BVV: Die Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hat Ende 2019 ihre Geschäftsordnung geändert. Grund: Die Tagesordnung wurde wegen vertagten Anträgen und parteipolitischen Debatten länger und länger. In drei Punkten wurde nun also die Geschäftsordnung geändert, ab diesem Jahr müssen Große Anfragen und Anträge spätestens acht Tage vor der Sitzung beim BVV-Vorsteher eingereicht werden. Außerdem erfordert nun auch die Übernahme von Änderungsanträgen die Zustimmung aller Einreichenden des Ursprungsantrages. Bei Einreichen eines Antrages müssen die Abgeordneten künftig zudem angeben, in welchen Ausschuss der Antrag überwiesen werden soll, wenn die Zeit nicht für eine Besprechung in der BVV ausreicht.

Baustart Vivantes Klinikum: Das Neuköllner Vivantes Klinikum ist in die Jahre gekommen – und muss dringend saniert werden. Die Kosten für die Um- und Neubauten belaufen sich derzeit auf schätzungsweise 700 Millionen Euro. Um die vollständige Sanierung des Klinikums Neukölln zu ermöglichen, wird in einem ersten Bauabschnitt ab diesem Jahr vor dem Hauptgebäude ein neuer Kopfbau, der sogenannte Nordkopf, errichtet. 2024 soll dann das neue Haupthaus stehen – die Kosten hierfür belaufen sich auf schätzungsweise 150 Millionen Euro.

Und das sind die Vorhaben in Treptow-Köpenick

Neue Straßenbahnstrecke: Das Vorhaben ist seit Jahren geplant. Jetzt soll die 2,7 Kilometer lange Straßenbahnstrecke zwischen Adlershof und Schöneweide Realität werden. Sie wird den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort besser erreichbar machen. Laut Senat beginnen die Bauarbeiten 2020. Die neue Strecke verbindet Karl-Ziegler-Straße und S-Bahnhof Schöneweide und verläuft über Groß-Berliner Damm und Sterndamm. 2021 soll sie in Betrieb gehen. Dann werden die Linien 61, 63 und M17 auf den Gleisen rollen und täglich bis zu 12.000 Fahrgäste befördern. Kosten: etwa 16,5 Millionen Euro.

Drei neue Türme an der Spree: Zwischen Treptower und Twintower in Alt-Treptow will das Unternehmen Agromex zwei Wohntürme mit 110 und 100 Metern Höhe errichten. 220 Wohnungen sollen entstehen. Daneben ist ein 64 Meter hohes Hotel geplant. Ende 2019 erteilte das Wasser- und Schifffahrtsamt die letzte erforderliche Genehmigung für das Projekt. Baubeginn soll im Sommer 2020 sei. Zunächst wird die Baugrube ausgehoben. Die Tiefbauarbeiten dauern voraussichtlich ein Jahr. Weitere drei Jahre sind für die Hochbauarbeiten kalkuliert.

In Nachbarschaft zum Großflughafen: Die geplante Eröffnung des BER im Oktober wirkt sich auf Treptow-Köpenick aus. Unternehmen siedeln sich an, Brachen verschwinden, Arbeitsplätze entstehen. Doch die Belastung der Anwohner durch Fluglärm nimmt zu. Der öffentliche Nahverkehr ist stärker ausgelastet. Auf Straßen und Autobahn nach Schönefeld ist mit noch mehr Staus zu rechnen.

Strandbad Müggelsee: Das Freizeitareal mit kostenlosem Eintritt ist beliebt, trotz seines maroden Zustands. Nun beginnt die lange geplante, umfassende Sanierung für das denkmalgeschützte Ensemble von 1929/30. Die alten Gebäude werden instandgesetzt und bekommen ihr ursprüngliches Aussehen zurück. Die technischen Anlagen werden erneuert. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis 2022. Kosten von 12,6 Millionen Euro sind kalkuliert. Der Bund steuert vier Millionen Euro bei.

Schwerpunkt Bildung: Weil immer mehr Familien in den Südostbezirk ziehen, werden Schulplätze benötigt. Viel Geld setzt der Bezirk ein, um mehr als 30 Schulgebäude in allen Ortsteilen zu sanieren, auszubauen und behindertengerecht auszustatten. Dazu werden in den kommenden Jahren neue Schulen gebaut, darunter auf ehemaligen Bahnflächen in Köpenick und Schöneweide.

Was sich in den anderen Berliner Bezirken 2020 ändert, lesen Sie hier.