Endgültiges Aus

Philip Morris schließt Werk in Neukölln endgültig

Der Zigarettenhersteller Philip Morris schließt sein Werk in Neukölln. Am Freitag um 6 Uhr stoppen die Bänder in der Fabrik.

Das Werk von Philip Morris an der Neuköllnischen Allee wird endgültig geschlossen.

Das Werk von Philip Morris an der Neuköllnischen Allee wird endgültig geschlossen.

Foto: Bildagentur-online/Schoening / picture alliance

Berlin. Ende einer Ära: Der Zigarettenhersteller Philip Morris, der seit 1972 in Neukölln sein Werk betreibt, beendet die Produktion am frühen Freitagmorgen. Die letzte Schicht beginnt demnach am Donnerstag um 23 Uhr abends und endet um 6 Uhr früh am Freitag. Dann werden 950 Beschäftigte entlassen.

Bereits Ende Mai wurde den rund 1050 Angestellten mitgeteilt, dass zum Jahreswechsel das Werk in Neukölln geschlossen werden soll. „Die Veränderung des Konsumentenverhaltens erfordert eine deutliche Reduzierung der Produktionskapazitäten“, sagte damals der Vize-Präsident EU Manufacturing bei Philip Morris International, Mark Johnson-Hill. Da der Absatz von versteuerten Zigaretten in Europa seit Jahren zurückginge, gäbe es mittlerweile erhebliche Überkapazitäten, so Johnson-Hill weiter.

Philip Morris: Von 1050 Angestellten bleiben nur 75 im Werk in Neukölln

Lediglich 75 Beschäftigte werden am Standort Berlin verbleiben, um weiterhin den europaweiten Bedarf an Volumentabak – einem Vorprodukt der gestopften Zigarette – zu produzieren. Etwa 25 Arbeitsplätze werden zudem in die Verwaltung nach Dresden sowie Gräfelfing bei München ausgegliedert.

Philip Morris ist seit 1987 Marktführer auf dem deutschen Zigarettenmarkt. Der Konzern zählt unter anderem Marlboro, L&M und Chesterfield zu seinen Marken. Zukünftig möchte sich Philip Morris vom Zigarettengeschäft verabschieden, der Konzern setzt auf Produkte, die angeblich weniger schädlich sind für die Gesundheit, wie die Tabakerhitzer Iqos oder Heets, bei dem ein Tabakstick in einem elektrischen Stab erhitzt wird, anstatt dass er verbrennt.

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