Vereine

Rettung für „Aufbruch Neukölln“ und „Heroes“

Das Land stellt den Neuköllner Vereinen nun doch Fördermittel bereit, nachdem der Senat im Oktober die Gelder gestrichen hatte.

Geld ja, aber weniger als in den vergangenen Jahren: Kazim Erdogan kann seinen Verein „Aufbruch Neukölln“ weiter betreiben.

Geld ja, aber weniger als in den vergangenen Jahren: Kazim Erdogan kann seinen Verein „Aufbruch Neukölln“ weiter betreiben.

Foto: Maurizio Gambarini

Berlin. Aufatmen in Neukölln: Die Vereine „Aufbruch Neukölln“ und „Heroes“ bekommen nun doch Fördergelder vom Land. Dabei hatte Elke Breitenbach (Linke), Senatorin für Integration, noch im Oktober die Fördermittel für beide Vereine gestrichen.

Nach Informationen der Berliner Morgenpost reagierte Breitenbach überrascht auf den negativen Förderungsbescheid für „Aufbruch Neukölln“ und forderte den Vereinsvorsitzenden Kazim Erdogan persönlich auf, sich nochmals um eine Förderung zu bemühen und einen neuen Antrag einzureichen. Gleichzeitig sagte sie ihm Fördermittel in Höhe von 50.000 Euro zu. Jedoch liegen beiden Vereinen bis heute nur mündliche Zusagen von Senatorin Breitenbach vor, einen positiven Fördermittelbescheid gibt es noch nicht.

50.000 Euro für „Aufbruch Neukölln“

Die 50.000 Euro für „Aufbruch Neukölln“ stammen nun auch nicht aus regulären Mitteln des Partizipations- und Integrationsprogramms, sondern werden „im Wege der Haushaltswirtschaft bereitgestellt“, wie eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Integration auf Nachfrage erklärte. Zuletzt wurde der Verein mit 70.000 Euro gefördert.

Erdogan sagte, dass er sich einerseits natürlich über das Geld für seinen Verein freue. Er erklärte aber auch, dass es sich anfühle wie „sterben auf Raten. Weil wir jetzt jedes Jahr von Neuem kämpfen müssen.“ Erdogan wünscht sich eine zeitlich unbegrenzte Regelförderung für „Aufbruch Neukölln“. Der Verein ist vor allem für seine „Väter-Gruppe“ bekannt, eine Selbsthilfegruppe für türkische und muslimische Einwanderer.

„Heroes“ bekommt 280.000 Euro

Das Integrationsprojekt „Heroes“ soll laut der Senatsverwaltung für Integration im kommenden Jahr mit 40.000 Euro unterstützt werden. Auch hier stammen die Gelder nicht aus dem Partizipations- und Integrationsprogramm, sondern würden von den Senatsverwaltungen für Inneres und für Integration bereitgestellt werden, ließ die Sprecherin wissen.

Zusätzlich würde die Bildungsverwaltung das Projekt mit voraussichtlich 240.000 Euro bezuschussen, damit der Verein seine Arbeit weiter ausbauen könne. Damit würde „Heroes“ insgesamt mehr Geld bekommen als in den vergangenen beiden Jahren, denn 2018/19 gab es für dieses Projekt insgesamt 237.000 Euro von Bildungs- und Integrationsverwaltung. In der Zukunft solle für „Heroes“ eine Grundförderung angestrebt werden. Der Verein solle sich zudem um weitere Drittmittel bemühen.

„Heroes“ setzt sich gegen „Unterdrückung im Namen der Ehre“ ein, insbesondere im Rahmen von Gewaltprävention. Für eine Stellungnahme war am Donnerstagnachmittag im Verein niemand zu erreichen.

Kein Geld hätte das Aus für „Aufbruch Neukölln“ bedeutet

Im Oktober hieß es auf Nachfrage bei der Senatsverwaltung für Integration schlicht, dass die Vereine nicht mehr förderungswürdig seien und „im Auswahlprozess nicht weiter berücksichtigt werden“ konnten. Für den Verein „Aufbruch Neukölln“ und seinen Vorsitzenden Erdogan war dies eine Hiobsbotschaft. Denn die Gelder von Senatsseite sind das einzige Einkommen, 70.000 Euro bekam man zuletzt jährlich vom Land. Ohne dieses Geld könnte der Verein nicht überleben.

Insgesamt bewarben sich nach Angaben von Berlins Integrationsbeauftragter Katarina Niewiedzial für die Jahre 2020/21 für die Projektförderung 160 Bewerber mit einem Gesamtantragsvolumen von mehr als 23 Millionen Euro – zu vergeben hat die Senatsverwaltung für Integration aber nur 5,7 Millionen Euro. 44 Vereine werden nun in den kommenden zwei Jahr mit diesem Geld gefördert.