Neuköllner Ehrennadel

Das sind Neuköllns Beste

Sechs Neuköllner werden mit der Ehrennadel ausgezeichnet. Wir stellen die Preisträger vor.

Der Neuköllner Heinz Ostermann gehört zu den Preisträgern dieses Jahr.

Der Neuköllner Heinz Ostermann gehört zu den Preisträgern dieses Jahr.

Foto: Reto Klar

Berlin. Was für eine Ehre: Sechs Neuköllner, die sich durch ihr Engagement und ihre Arbeit besonders verdient gemacht haben um den Bezirk, bekommen die höchste bezirkliche Auszeichnung verliehen – die Neuköllner Ehrennadel. Die Auszeichnungen bekommen dieses Jahr Renate Bremmert, Michael Freiberg, Holger Kratzat, Ingrid Munk, Heinz Ostermann sowie Beate Storni.

Über die diesjährigen Preisträger sagt Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD), der die Auszeichnung am Sonnabend vor dem dritten Advent im Schloss Britz übergibt: „Sie sind Neuköllner Leuchttürme, Vorbilder, sie sind Botschafterinnen und Botschafter unseres Bezirks. Sie bereichern unsere Kieze und machen Neukölln noch lebenswerter.“

Die Preisträger

Renate Bremmert gehört zu den Mitbegründerinnen des Vereins „Alte Dorfschule Rudow“, der die Alte Dorfschule zu einem Kulturzentrum im Süden Neuköllns ausgebaut hat. Dort finden heute zahllose Veranstaltungen und Bildungsangebote für Kinder und Erwachsene statt. Jahrelang hat Renate Bremmert in der Dorfschule Matineeveranstaltungen organisiert. Zugleich hat sie die Dorfschule in das jährliche Literaturfestival „Rudow liest“ einbezogen. Renate Bremmert ist darüber hinausaktiv in zivilgesellschaftlichen Bündnissen in Rudow. Sie war zudem von 1986 bis 2003 die erste Frauenbeauftragte im Bezirksamt Neukölln.

Michael Freiberg hat sich neben seinen umfangreichen Tätigkeiten innerhalb der Berliner Verwaltung und Politik vor allem als erster Vorsitzender des Freilandlabors „Britz e.V.“ einen Namen gemacht. Der Verein hat sich der Umweltbildung im städtischen Raum verschrieben. Für alle Altersgruppen bietet der Verein Einblicke in Naturphänomene – von Entdeckertouren für Kitas über Pilzberatungen bis hin zu Vogelbeobachtungen. Das Freilandlabor ist mit mehreren festen Standorten am Britzer Garten auch auf dem Tempelhofer Feld präsent.

Holger Kratzat ist nach einem schweren Unfall seit über 30 Jahren auf einen Rollstuhl angewiesen. Seit 2013 ist er als Rollstuhlfechter aktiv – und wurde 2015 auf Anhieb Deutscher Meister. In den Folgejahren wurde er Vize-Meister, 2018 wurde er Deutscher Meister im Degen. Derzeit bereitet er sich auf die Paralympischen Spiele in Tokio 2020 vor. Holger Kratzat, der im Diakoniehaus Britz lebt, ist von ganzen Herzen in Neukölln verankert – und hilft ganz selbstverständlich bei ehrenamtlichen Reinigungsaktionen im Kiez genauso wie in der Tee- und Wärmestube Neukölln.

Ingrid Munk ist seit 2007 Chefärztin an der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Vivantes Klinikum Neukölln. Ingrid Munk hat maßgeblich zur Entwicklung und Durchführung von passgenauen Betreuungs- und Wohnformen für Patienten im Anschluss an einen stationären Psychiatrieaufenthalt beigetragen. So hat sie maßgeblichen Anteil an innovativen Wohnprojekten für schwer erkrankte Wohnungslose in Neukölln. Außerdem machte sich Ingrid Munk immer stark für den bald eröffnenden Neubau der psychiatrischen Station im Klinikum Neukölln.

Heinz Ostermann führt seit mittlerweile zwölf Jahren die Buchhandlung „Leporello“ in Rudow und organisiert seit acht Jahren die berlinweit einmalige Veranstaltung „Rudow liest“. Dabei finden an einem Wochenende im März in Geschäften, Kirchen und Kultureinrichtungen in Süd-Neukölln Lesungen mit Autoren statt. Das Lesefestival hat dazu geführt, dass die Buchhandlung von Ostermann vom Bundesverband des Deutschen Buchhandels als „ausgezeichneter Ort der Kultur“ auserwählt wurde. Heinz Ostermann ist darüber hinaus zivilgesellschaftlich im Süden Neuköllns ehrenamtlich aktiv und setzt sich ein für ein friedliches Neukölln ohne Rassismus und Ausgrenzung ein. Er wurde bereits mehrfach Opfer von rechtsextremen Anschlägen – trotzdem lässt er sich nicht beirren.

Beate Storni ist Neuköllnerin durch und durch. Seit fast vier Jahrzehnten engagiert sie sich ehrenamtlich im Bezirk – als Vorsitzende des Bezirkselternausschusses, als Vorstandsmitglied im Verein „Haus 104 Tempelhofer Feld“ oder im Quartiersrat Schillerkiez. Wie kaum jemand kennt Beate Storni den Schillerkiez, in dem sie schon zur Grundschule ging und in dem sie bis heute in unzähligen Projekten aktiv ist. Besonders als Mitglied im Quartiersrat hat sie nachbarschaftliche Strukturen aufgebaut und damit die Grundlage für den Dialog miteinander und gemeinsame Aktivitäten gelegt.

Die Neuköllner Ehrennadel wird seit 1984 verliehen. Insgesamt wurden bereits 176 Neuköllner für ihr ehrenamtliches Engagement für den Bezirk geehrt. Unter den Preisträgern sind viele bekannte Namen, wie beispielsweise die mehrfache Olympiasiegerin und Schwimmweltmeisterin Britta Steffen oder Musiker Frank Zander.