Bildband

Neukölln früher und heute: Ein Vergleich in Bildern

Ein neuer Bildband zeigt, wie Neukölln einst aussah und wie es sich heute präsentiert. Die Fotos sind erstaunlich.

Berlin. Neukölln ist Berlins buntester, quirligster und wildester Bezirk. Schon früher besang man den Stadtteil mit der Lokalhymne „In Rixdorf is Musike“. Und schon im Kaiserreich – damals hieß Neukölln noch Rixdorf – hatte der Bezirk einen wilden Ruf. Seitdem hat sich der Süden von Berlin sehr verändert – wie sehr, zeigt nun ein neuer Bildband.

Ralf Schmiedeckes neuestes Buch, „Neukölln. Einst und Jetzt“, ist gerade im Sutton-Verlag erschienen und erzählt von Wandel und Veränderung des Bezirks. Und das mit vielen historischen Fotos, denen Schmiedecke Bilder von heute gegenüberstellt. Während manche Orte im Bezirk sich kaum verändert haben, sind andere Ecken kaum noch wiederzuerkennen.

Auf dem Hermannplatz fuhren einst Straßenbahnen

Beispiel Körnerpark: Der kleine Park unweit der Karl-Marx-Straße wurde 1916 angelegt. Er liegt, aufgrund der vorherigen Nutzung als Kiesgrube, fünf bis sieben Meter tiefer als die umliegenden Straßen. An der Kopfseite steht die Orangerie, sie dient heute als Café und Galerie. Der Park ist gut erhalten, gilt sogar als eines der bedeutendsten Zeugnisse neobarocker Gartengestaltung in Berlin. Auf den Fotos von damals und heute sieht man kaum einen Unterschied.

Ganz anders der Hermannplatz: Einst fuhren hier Straßenbahnen oberirdisch. Der Platz war flankiert von Mietshäusern. 1929 eröffnete das Karstadt-Warenhaus, mit einer riesigen Dachterrasse galt es als das schickste und modernste Kaufhaus der Stadt. Das Gebäude wurde in den letzten Kriegstagen 1945 von der SS gesprengt. Heute steht dort eine schnöde Bausünde aus den 1950er-Jahren. Über einen möglichen Wiederaufbau des Kaufhauses wird derzeit heftig diskutiert.

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Ein Buch eines echten Kiezkenners

Ralf Schmiedeckes Buch erzählt die Geschichte Neuköllns liebevoll in 56 historischen Bildern. Schmiedecke selbst wurde 1963 in Wedding geboren. Er ist ein passionierter Sammler historischer Ansichtskarten, Fotos und Belege und gilt als einer der profiliertesten Kiezhistoriker Berlins. Er hat bereits mehrere Bildbände auch über andere Bezirke publiziert.

„Neukölln. Einst und Jetzt.“ von Ralf Schmiedecke, 128 Seiten, ca. 110 Abbildungen. Sutton Verlag, 19,99 Euro. https://verlagshaus24.de/sutton/

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