Schmutzige Schulen

16 Millionen Euro mehr für Schulreinigung

Eine Neuköllner Bürgerinitiative erstreitet vom Senat mehr Geld für die Schulreinigung. Dafür wurden 15.000 Unterschriften gesammelt.

Mitglieder der Initiative „Schule in Not“ übergaben im Abgeordnetenhaus ein Plakat mit ihren Forderungen und der Zahl der bisher berlinweit gesammelten Unterschriften.  

Mitglieder der Initiative „Schule in Not“ übergaben im Abgeordnetenhaus ein Plakat mit ihren Forderungen und der Zahl der bisher berlinweit gesammelten Unterschriften.  

Foto: Ina Sendfeld

Berlin. Das Berliner Abgeordnetenhaus stellt in den nächsten Jahren insgesamt 16 Millionen Euro mehr für die Reinigung von Schulen zur Verfügung. Das beschloss der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses am vergangenen Freitag. Konkret sollen 2020 sieben Millionen Euro mehr ausgegeben werden und 2021 dann neun Millionen Euro. Seit Jahren schon gilt die Schulreinigung in Berlin als ungenügend.

Seit dem Sommer kämpft die Neuköllner Initiative „Schulen in Not“ gegen das Schmutz-Problem an Schulen. Mittlerweile haben sich der Initiative Eltern und Unterstützer aus vielen weiteren Bezirken angeschlossen und sammeln Unterschriften für saubere Schulen. Rund 15.000 Unterstützer unterschrieben bereits die Petition, die vergangene Woche nun im Abgeordnetenhaus übergeben wurde.

Rekommunalisierung der Schulreinigung bleibt das Ziel

„Wir freuen uns über den zusätzlichen Betrag und erwarten, dass das zusätzliche Geld über die Bezirke auch da ankommt, wo es hin soll, nämlich bei den Reinigungskräften“, kommentierte Annick Hartmann, Mutter und „Schule in Not“-Unterstützerin, die Mehrausgaben des Abgeordnetenhauses. Trotzdem wolle man weiter kämpfen, denn: „Die Rekommunalisierung bleibt unser Ziel“, so Hartmann.

Schule in Not“ prangert nach eigenen Angaben die Sparmaßnahmen der letzten Jahrzehnte an Berliner Schulen an. Reinigungskräfte hätten statistisch nur 90 Sekunden für die Reinigung eines Klassenzimmers. Beauftragte Reinigungsfirmen würden sich in Lohnfragen unterbieten, um weiterhin Aufträge einzufahren. Verdreckte Schulen und unterbezahlte Reinigungskräfte seien die Folge.

Neukölln startet Pilotprojekt

Langfristig fordert die Initiative die Schulreinigung zu rekommunalisieren. Das bedeutet, dass die Reinigungsdienste wieder personell einer Schule zugeordnet werden und fest beim Bezirk angestellt sind.

In Neukölln hat der Bezirk ein Pilotprojekt gestartet. 390.000 Euro habe man dort in den Haushalt 2020/21 eingestellt, um eine zusätzliche Reinigungskraft in 15 (von 60) Neuköllner Schulen zu installieren.