Schulneubau

53-Millionen-Euro-Schule am Campus Efeuweg eingeweiht

Moderne Labore und luftige Architektur: In Neukölln wurde mit vielen prominenten Gästen die neue Lise-Meitner-Schule eingeweiht.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres, Bundesbildungsministerin Franziska Giffey, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und Wirtschaftsministerin Ramona Pop (v.l.n.r.) bei der Eröffnung der Lise-Meitner-Schule.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres, Bundesbildungsministerin Franziska Giffey, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und Wirtschaftsministerin Ramona Pop (v.l.n.r.) bei der Eröffnung der Lise-Meitner-Schule.

Foto: Reto Klar

Berlin. Genau 40 Jahre nach ihrer Gründung zieht die Neuköllner Lise-Meitner-Schule, in der das Oberstufenzentrum (OSZ) mit den Schwerpunktfächern Chemie, Physik und Biologie beheimatet ist, um. Vom Gründungsstandort an der Rudower Straße in einen schicken, lichtdurchfluteten Neubau an der Lipschitzallee.

Siebeneinhalb Jahre Plan- und Bauzeit brauchte der Schulneubau, der auf dem Campus Efeuweg in der Gropiusstadt steht. Rund 53 Millionen Euro hat die neue Schule gekostet. Mittlerweile gilt sie als eine der modernsten in ganz Berlin. Die rund 750 Schüler lernen von der ersten bis zur zehnten Klasse gemeinsam und können das Abitur auf dem Campus am Oberstufenzentrum Lise-Meitner machen.

Auch Schüler anderer Schulen können hier forschen

Doch auch andere Berliner Schüler profitieren von dem Neubau, in dem es viele hochmoderne Forschungslabors gibt. An drei Nachmittagen in der Woche nämlich können auch externe Schüler diese Labore nutzen und Experimente durchführen, die an ihren Schulen nicht möglich wären. Die Lise-Meitner-Schule arbeitet zudem eng mit Berliner Universitäten zusammen, um so immer auf dem aktuellen Stand der Forschung zu bleiben.

Entsprechend groß war die Freude bei den Feiernden am Freitagnachmittag bei der Schuleinweihung. Neuköllns ehemalige Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey (SPD), die mittlerweile Bundesfamilienministerin ist, sagte: „Das ist die Universität Neukölln – und sie ist da.“ Als Universität bezeichne sie eigenen Angaben zufolge die neue Schule, weil hier auf allerhöchstem Niveau unterrichtet und gelernt werden könne. „Der Campus Efeuweg sucht bundesweit seinesgleichen,“ so Giffey weiter. „Hier kann high-class ausgebildet werden.“

Aus der Problemschule wird Vorzeigeeinrichtung

Vor etwa zehn Jahren wurde der Neubau der Lise-Meitner-Schule und des Campus Efeuwegs beschlossen. Die Vorgängerschulen, die Walt-Disney-Grundschule und die Liebig-Sekundarschule, galten als Problemschulen. Immer weniger Eltern meldeten ihre Kinder dort an. Als es erste Zeichen der Verwahrlosung gab, standen die Schulen vor der Schließung. Doch der Bezirk entschied sich für einen Neustart: Die beiden Schulen wurden zur Gemeinschaftsschule Campus Efeuweg fusioniert .

Die Neuköllner Gemeinschaftsschule plant zudem ein Zentrum für Sprache und Bewegung zu bauen. Auf dem Campusgelände gibt es außerdem eine Kita, einen Jugendclub, das Degewo-Stadion, eine Sporthalle sowie das Kombibad Gropius­stadt. Alle Campusbereiche sind mit Wegen verbunden und auch für Anwohner offen.

Müller: Schulbauoffensive kein leeres Versprechen

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte bei der Einweihung: „Berlin investiert in seine Zukunft. Heute sehen wir, dass die Schulbauoffensive nicht nur ein politisches Versprechen ist.“ Das Land Berlin will in den kommenden Jahren rund 5,5 Milliarden Euro in die Instandsetzung und Neubauten von Schulen investieren.

Für Neukölln bedeutet das: Neben dem Campus Efeuweg ist das Leonardo-da-Vinci-Gymnasium ein Prestigeprojekt im Bezirk. 30 Jahre musste die Schule in Buckow auf ihren Neubau warten. 2017 schließlich war Spatenstich, ein Jahr später dann Grundsteinlegung. Im Mai diesen Jahres feiert Schulleiter Hans Steinke schließlich Richtfest. Der Rohbau für das fünfzügige Gymnasium mit künstlerischer und naturwissenschaftlicher Schwerpunktsetzung steht. Voraussichtlich nach den Sommerferien 2021 sollen in den Neubau dann die rund 850 Schüler des Gymnasiums einziehen. Die Baukosten belaufen sich auf rund 32 Million Euro, teilte das Bezirksamt Neukölln mit. Bisher war immer von rund 30 Million Euro die Rede.

Lange Liste der Sanierungsmaßnahmen

Das dritte Schulgroßprojekt im Bezirk ist noch umfangreicher. Geplant ist der Neubau der Clay-Schule am Neudecker Weg in Rudow. Diese wird als integrierte Sekundarschule mit gymnasialer Oberstufe Platz für 1100 Schüler im Ganztagsbetrieb haben. Die Baukosten werden auf 60 Millionen Euro geschätzt. Der erste Spatenstich fand hier im Sommer statt.

Hinzu kommen laut Bezirksamt diverse Sanierungsmaßnahmen und Instandsetzungen an 46 von 59 Schulen. Energetische Sanierungen, neue Fenster, neue Dächer, Mensa-Neubauten, Sanierung von Sanitäranlagen, Heizungsanlagen und so weiter – die Liste ist lang.

Noch mindestens bis 2022 wird am Campus gebaut

Noch bis mindestens 2022 wird am Campus Efeuweg gebaut. Die Baukosten werden derzeit auf rund 38 Million Euro geschätzt. Nicht im Preis inklusive: Der 53-Millionen-Euro-Neubau des Oberstufenzentrums. Der Erfolg gibt dem Projekt Gemeinschaftsschule Recht: Seit Jahren melden sich wieder so viele Schüler an, dass drei erste Klassen aufgemacht werden können. Vorher war die Grundschule lange Zeit nur zweizügig.