Führungswechsel

Kindl-Zentrum bekommt neue künstlerische Leitung

Kathrin Becker übernimmt den Posten der Künstlerischen Direktorin im Neuköllner Kindl-Zentrum von Andreas Fiedler.

Das Kindl-Zentrum in Neukölln bekommt eine neue Künstlerische Direktorin.

Das Kindl-Zentrum in Neukölln bekommt eine neue Künstlerische Direktorin.

Foto: Reto Klar

Berlin. Wechsel der künstlerischen Leitung im Kindl-Zentrum für zeitgenössische Kunst in Neukölln: Die Berliner Kuratorin Kathrin Becker (52) wird neue Künstlerische Direktorin des Kunstzentrums. Zurzeit ist Becker noch Geschäftsführerin des Neuen Berliner Kunstvereins, dessen Video-Forum sie seit 2001 leitet. 2003 wurde sie hier zur Geschäftsführerin ernannt.

„Ich freue mich auf die neue Aufgabe der künstlerischen Leitung des Kindl und darauf, an der Weiterentwicklung seines Profils mitzugestalten und gesellschaftsbezogene Fragen stärker im Programm zu verankern“, so die designierte Direktorin.

Was für sie den besonderen Reiz ausmacht, beschreibt Becker so: „Das Kindl-Zentrum für Zeitgenössische Kunst hat sich binnen kurzer Zeit zu einer wichtigen Institution innerhalb der Berliner Kunstsituation entwickelt und bietet ein großes Potential für Ausstellungen und Projekte in unterschiedlichen Formaten.“

Andreas Fiedler kündigte seinen Vertrag

Die neue Künstlerische Direktorin wird ihre Tätigkeit zum 1. Februar 2020 von Andreas Fiedler übernehmen. Fiedler hatte kürzlich nach acht Jahren seinen unbefristeten Vertrag auf eigenen Wunsch gekündigt, um zukünftig wieder als freier Kurator zu arbeiten und sich neuen Projekten zu widmen. Er wird dem Kindl aber als künstlerischer Beirat erhalten bleiben.

Die gebürtige Hagenerin Kathrin Becker studierte Kunstgeschichte und Slawistik an der Ruhr-Universität Bochum sowie in Moskau und St. Petersburg. Themen ihrer kuratorischen Arbeit sind unter anderem interkulturelle und transnationale Fragestellungen, die Rolle der bildenden Kunst in der Gesellschaft sowie der Komplex der Exklusion und Inklusion in zeitgenössischen Kulturen.

Unter ihrer Leitung wurden im Videoforum des Neuen Berliner Kunstvereins die Bestände des mittlerweile über 1000 Titel umfassenden Videoarchivs größtenteils digitalisiert. Außerdem verantwortete sie hier zahlreiche Ausstellungsprojekte.

Von der Brauerei zum renomierten Kunsthaus

Das Kindl-Zentrum eröffnete vor gut drei Jahren, im Oktober 2016. Ein Dreivierteljahrhundert wurde in der ehemaligen Brauerei Bier gebraut, gelagert und ausgeliefert. 2005 folgte der Brauerei-Umzug nach Weißensee. Nach einigen Zwischennutzungen wurde das denkmalgeschützte Gebäude 2011 von dem Kunstsammlerehepaar Salome Grisard und Burkhard Varnholt erworben und aufwendig zum Kindl – Zentrum für zeitgenössische Kunst umgebaut. Jedes Jahr entwickelt seitdem ein anderer Künstler eine Installation in dem rund 20 Meter hohe Kesselhaus, das auch zu der ehemaligen Brauerei gehört.